Kreatives aus der Schwalm

Handarbeiten halten sie fit: Monika Jung aus Niedergrenzebach gehen die Ideen nie aus

Kreatives aus Stoff und Papier: Taschen, 3D-Objekte und Figuren entstehen im Haus der Niedergrenzebacherin.
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Kreatives aus Stoff und Papier: Taschen, 3D-Objekte und Figuren entstehen im Haus der Niedergrenzebacherin.

„Wenn mein Mann mit seinen Freunden am Nachmittag radelt, bin ich kreativ. Das ist dann nur meine Zeit“, sagt Monika Jung. Sie näht, seit sie denken kann, aber das ist längst nicht ihr einziges Hobby.

Niedergrenzebach – Betritt man das Haus der Jungs und lässt die Blicke aufmerksam durch die Räume schweifen, sieht man überall die Ergebnisse ihres kreativen Lebens: Patchworkdecken, Platzdecken, Origamisterne, bestickte Kissen mit Schwälmer Motiven, komplette 3D-Figuren aus Papier. Die bunten Papierunikate hat Monika Jung in mühevoller, motorisch sehr anspruchsvoller Kleinstarbeit stundenlang gefaltet und zusammengesteckt. Sogar ein Tangrami- Kaffeeservice findet sich auf einem der Beistelltische im Wohnzimmer des Familienhauses.

Diese besondere Falt- und Stecktechnik erfordert ein sehr hohes Maß an Geduld und eine sehr ruhige Hand. Tangrami orientiert sich am klassischen Origami und am Tangram-Legespiel, bei dem aus einfachen geometrischen Figuren mannigfache Kombinationen gestaltet werden können, die dann immer wieder neue Formen ergeben.

Sie werkelt gern mit ihren Fingern oder sitzt an der Nähmaschine: Monika Jung.

Aus gesundheitlichen Gründen und um ihre Motorik in den Fingern wieder zu stärken, hat sich die Niedergrenzebacherin diese künstlerisch-originelle Beschäftigungsmöglichkeit beigebracht. Ihre Ideen dafür holt sich die 72-jährige gebürtige Rörshainerin aus dem Internet. Offen für Neues und gern auch Diffiziles, wagt sie sich an die unterschiedlichsten Handarbeiten. „Was mir ganz wichtig ist, ist, dass ich ohne Druck werkeln kann. Und dann dauert es eben mitunter auch schon mal ein bisschen länger bis ich fertig bin“, erzählt Jung.

Man sieht jedem einzelnen Teil an, dass es liebevoll und sauber gearbeitet wurde. Massenproduktion sucht man bei der dreifachen Mutter vergebens. Auch in der Wahl der Materialien für die genähten Unikate ist die Rentnerin nicht eingeschränkt. „Ich habe Taschen aus Jeansstoff und Kunstleder genäht, patchworke und nähe aber genauso Tischdecken und Handyhüllen aus Stoffresten.“ Bescheidenheit spiegelt sich in der Tatsache wider, dass Jung auf eine neumodische Nähmaschine verzichtet. „Ich möchte es ja komplett selbst fertigen und nicht von der Nähmaschine die Arbeit größtenteils abgenommen bekommen“, sagt sie.

Der Hang zur Kreativität scheint sich auch vererbt zu haben, berichtet sie: „Von unseren drei Töchtern ist besonders unsere Jüngste die, die immer wieder Ideen umsetzt – auch die Enkelkinder lieben es, wenn sie bei uns sind, gleich mit mir loszulegen.“ Werbung für ihre Arbeiten hat Jung noch nie gemacht. „Im Fitnessstudio oder auch mal beim Einkaufen werde ich hier und da mal auf die Sachen angesprochen. Bisher hab ich aber vor allem für die Familie und den Bekanntenkreis produziert. Ich verschenke natürlich auch gern Teile, die ich selbst gemacht habe.“ Demnächst geht es für die 72-Jährige nach längerer Zwangspause wieder ins Fitnessstudio. Denn neben dem Geist soll auch der Körper fit bleiben für all die fantasiereichen Handarbeitsideen, die Jung in den kommenden Jahren noch in die Tat umsetzen will. (Vanessa Schnücker)

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