Klinik mit großer Reichweite

Hephata-Jahresempfang in Treysa: Medizinische Versorgung steht im Mittelpunkt

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Gastgeber und Gäste: von links Direktor Klaus Dieter Horchem, Direktor Maik Dietrich-Gibhardt, MdB Dr. Edgar Franke, Direktorin Judith Hoffmann und Chefarzt Dr. Bernd Schade.

Vor 50 Jahren wurde die Hephata-Klinik in Treysa eröffnet: Das Jubiläum stand deshalb am Freitag im Mittelpunkt des Jahresempfangs des Diakoniezentrums in der Hephata-Kirche.

Etwa 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Kirche waren zum Empfang gekommen.

Direktor Maik Dietrich-Gibhardt stellte die Akteure des Festaktes vor: Der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke sprach zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, der Chefarzt der Hephata-Klinik für Psychiatrie und Neurologie Dr. Bernd Schade klärte über die Behandlung des Schlaganfalls auf. Behandelt wurden die Gäste allenthalben vom Medizin-Comedy-Duo Die Stetokokken.

Hephata im Wandel der Zeit

Direktor Klaus Dieter Horchem sprach über die Frühgeschichte des Hephata-Krankenhauses. In den 1920er-Jahren war es die einzige größere Klinik zwischen Marburg und Kassel. 1963 schloss sie, weil sich durch die strukturelle Unterfinanzierung ein hohes Defizit ergab. Hephata konzentrierte sich auf den Neubau einer Nervenklinik. Die Klinik war eines der ersten diakonischen Epilepsiezentren in Deutschland und maßgeblich in der Entwicklung der Schlafmedizin.

Horchem verdeutlichte jedoch auch, wie schwierig es für kleine Häuser sei, eine gute medizinisch-pflegerische Fachlichkeit bei wirtschaftlichem Erfolg zu erzielen. Im kommenden Jahr soll die Klinik um eine spezielle Station für Menschen mit Epilepsie und Mehrfachbehinderungen erweitert werden – gefördert vom Land. Horchem widersprach Franke, noch bevor der etwas sagte: „Ich hatte schon ihre Rede“, erläuterte er. Er stellte klar, dass der bürokratische Apparat, mit dem gerade kleine Kliniken überfordert seien, nach wie vor sehr groß sei.

Franke dementierte nicht, richtete den Blick auf die Pflege. Die Politik sei gefragt, damit sich die Qualität in der Pflege und die Bezahlbarkeit nicht ausschlössen. Ingesamt investiere die Bundesregierung seit 2015 mehr als 10 Mrd. pro Jahr. Um eine bessere flächendeckende medizinische Versorgung zu gewährleisten, spreche er sich etwa für eine Landarztquote bei der Verteilung von Studienplätzen aus.

Meilensteine in der Schlaganfalltherapie

Mit Blick auf Hephata sei es gelungen, eine wohnortnahe Versorgung für Schlaganfallpatienten zu erhalten. Das liege auch daran, dass Hephata als Teil des Neuro-Netzwerkes Mitte eng mit Kliniken in Kassel und Marburg verbunden sei.

Dr. Bernd Schade berichtete von Meilensteinen in der Schlaganfalltherapie, beispielsweise der Lysebehandlung 2008. Alarmierend seien in den vergangenen Jahren die steigenden Erkrankungszahlen immer jüngerer Patienten. Als Risikofaktoren benannte er unter anderem Übergewicht, fettreiches Essen und Bluthochdruck. Je schneller ein Patient behandelt würde, umso höher seien die Heilungschancen: Heute würden bei 6506 Patienten in Hessen knapp 47 Prozent mit keinen oder nur geringen Symptomen aus der Klinik entlassen.

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