HNA-Leser lösen Rätsel: Gedicht „Friejuhr iede Schwalm“ stammt aus Zella

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Hütet gemeinsam mit seiner Frau Brunhilde das alte Büchlein im Regal: Heinrich Ide mit dem „Junker Hans von der Schwalm“, geschrieben vom Zellaer Autor H.C. Knauf.

Schwalmstadt. Das Raten hat ein Ende: Mithilfe zahlreicher HNA-Leser konnte der Ursprung des Gedichts „Friejuhr iede Schwalm“ geklärt werden.

Selten ist das Telefon in der Schwälmer HNA-Redaktion so heiß gelaufen wie am vergangenem Freitag: Das von Manfred Gonther eingeschickte Gedicht in Schwälmer Mundart hatte viele Leser bewegt. Die korrekte Übersetzung hatte die Redaktion dank vieler Hinweise schnell zusammen: So ist mit die „Sprinn“ der Star gemeint und hinter den „Rä“ verbergen sich die Raine.

Tipp kam aus Zella 

Den entscheidenden Tipp zur Herkunft des Gedichts gaben unabhängig voneinander Brunhilde Ide und Ulrich Riebeling, die beide aus Zella stammen. „Das Gedicht steht im ‘Junker Hans von der Schwalm’ von H.C. Knauf“, weiß Ide zu berichten.

Auf 49 Seiten erzählt der Autor dort die Geschichte von Hans Hoose, einem Bauern aus dem 17. Jahrhundert, der eine ungewöhnliche Freundschaft zu Landgraf Karl von Hessen pflegte. Dieser erhob ihn in den Stand eines Junkers und sorgte so dafür, dass Hoose in die Schwälmer Geschichte einging.

Knaufs Erzählung ist nur eine von vielen Aufzeichnungen der Junker-Geschichte, die sich historisch tatsächlich so zugetragen haben soll. Wann er sie niederschrieb, ist unbekannt. Keine Jahreszahl prägt den Einband mit schnörkeliger Schrift, ebenso wenig gibt es einen Hinweis auf die Vornamen des Autors. Aus dem Text geht jedoch hervor, dass er in Zella aufgewachsen sein muss und es ihn in seinen Wanderjahren nach Berlin verschlug, bevor es ihn zurück in die Heimat zog. Gedruckt wurde das Buch in Ziegenhain und kostete 80 Pfennig.

Liebesgedicht an die Heimat 

Wie lange es schon in Besitz ihrer Familie ist, weiß Brunhilde Ide nicht. „Es ist auf jeden Fall ein Erbstück“, sagt die 69-Jährige. Mehrere Male hat sie den ‘Junker Hans’ bereits gelesen -nicht nur wegen des zitierten Gedichts. „Knauf hat die Schwalm wunderschön beschrieben“, sagt sie. „Für mich ist das Büchlein ein Liebesgedicht an die Heimat.“

Auch bei Ulrich Riebeling hat das Buch einen festen Platz im Regal. „Meine Mutter kann noch frei daraus zitieren“, sagt der 46-Jährige.

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