Hugenotten- und Waldenserherberge: Altstadthotel in Treysa erhält Prädikat

Hier gibt es ab sofort Kartenmaterial und Infos: von links Detlef Schwierzeck, Martina Raasch, Dr. Renate Buchenauer und Reinhart Darmstadt vor dem Altstadthotel in Treysa. Foto: Rose

Als erstem Hotelbetrieb im Schwalm-Eder-Kreis ist dem Altstadthotel Treysa das Prädikat Hugenotten- und Waldenserherberge verliehen worden: Betreiberin Martina Raasch nahm die markante Tafel, die an der Fassade des Hotels in der Burggasse gut sichtbar angebracht werden soll, in Empfang. Übergeben wurde das Prädikat von Dr. Renate Blumenauer, der Koordinatorin der gleichnamigen Europäischen Kulturroute. Auch Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck und Reinhart Darmstadt, Vorsitzender des Hugenotten- und Geschichtsvereins Frankenhain freuten sich über das Engagement.

„Vereine und Initiativen gibt es einige, aber wir brauchen auch Anlaufstellen, die das Kulturerbe lebendig halten“, erläuterte Buchenauer. Der Hotelbetrieb habe sich im Gespräch sofort bereit erklärt, künftig Wanderer zu empfangen und vor allem auch zu informieren. „Die Gastronomen sollen das Erbe der Hugenotten weitertragen und den Gästen angenehme Übernachtungsmöglichkeiten bieten“, verdeutlichte die Koordinatorin.

Schwierzeck sagte, es sei mit dem Hotel eine Herberge gefunden worden, in der man sich als Wandersmann anerkannt fühle. Buchenauer machte deutlich, dass der Kulturweg kein Pilgerpfad sei: „Er führt nicht nach Rom, sondern davon weg.“ Es gehe beim Hugenotten- und Waldenserpfad nicht darum, in privaten Unterkünften zu übernachten, sondern mit den Angeboten die Betriebe in den jeweiligen Regionen zu stärken. Immerhin, allein in Deutschland verläuft eine Strecke von etwa 1000 Kilometern. „Ein Großteil der Wege wird ehrenamtlich gepflegt“, sagte Buchenauer. Das sei ein enormer logistischer Aufwand.

Teilstück zu Ostsee anbinden

Aktuell werde der Pfad weiter entwickelt: Es gebe Kontakt mit der Leader-Region an der Oder. Geplant sei, ein Teilstück anzubinden, so dass der Weg bis zur Ostsee verlaufe. Insbesondere in den vergangenen Jahre habe das Wandergeschäft starken Zuspruch gehabt. „Das Thema der Hugenotten und Waldenser ist breit angelegt: Jeder findet etwas. Man kann sich mit Themen wie Religion oder Architektur beschäftigen“, erklärte Buchenauer. Mit dem Blick auf die Gegenwart stellte die Koordinatorin klar: „Der Weg beweist, dass Migration keine Ausnahme war.“ Das Prädikat wird seit 2013 verliehen. Bisher wurden deutschlandweit zehn Hotelbetriebe damit ausgezeichnet.

Von Sandra Rose

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