Viele Arbeitsplätze bedroht

In hunderten Kneipen geht bald das Licht aus

Schwalmstadt - Magere Zeiten kommen auf Wirte auf dem Land zu. Das ergab ein Gespräch zwischen Vertretern des hessischen Gaststättenverbands Dehoga und Bürgermeistern des Schwalm-Eder-Kreises.

Bis zu 700 der knapp 1800 hessischen Gaststätten müssen in den kommenden fünf Jahren schließen.

Bei dem Informationsaustausch im Gasthof Rockensüß in Schwalmstadt-Allendorf skizzierte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner den Fächer von Problemen, der die Branche drückt. Viele Betriebe könnten nicht fortgeführt werden, weil sich kein Nachfolger findet, Gasthäuser mit weniger als 150.000 Euro Umsatz könnten ihren Papierkram und Behördenauflagen aller Art kaum noch stemmen. Bei vielen Betrieben betrage die Gewinnspanne am Ende des Jahres 25.000 Euro und weniger, und Erholung sei kaum in Sicht in Zeiten des demographischen Wandels.

Die Zahl an einheimischen und auswärtigen Gästen werde die Umsätze bis 2025 um durchschnittlich 4,3 Prozent drücken - und das obwohl Mitglieder der Inhaberfamilien oft über 70 Stunden pro Woche arbeiten.

Die trüben Aussichten sind auch dadurch bedingt, dass weniger Kurzzeitgäste nach Hessen kommen werden, ein Minus von bis zu 13 Prozent in den nächsten zehn Jahren steht ins Haus.

Dabei, so unterstreicht der Hotel- und Gaststättenverband, geht es nicht nur um Arbeitsplätze, sondern um den Fremdenverkehr im ländlichen Raum: Ohne ein wirtschaftlich gesundes Gastgewerbe würden die großen Chancen des Tourismus gerade in den kleineren Gemeinden verpuffen. Dorfgasthäuser aber benötigten faire und günstige Bedingungen, um zu überleben. Diese zu gewährleisten, sei die Aufgabe der Kommunen. Um das unterstreichen, sei der Gaststättenverband derzeit auf Tour durch alle hessischen Landkreise.

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Rubriklistenbild: © dpa

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