Müllhalden in der Natur

Illegale Entsorgung nimmt immer stärker zu

HNA-Leser Alexander Schenk machte dieser Anblick bei einem Spaziergang auf dem Radweg bei Riebelsdorf sehr betroffen.
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HNA-Leser Alexander Schenk machte dieser Anblick bei einem Spaziergang auf dem Radweg bei Riebelsdorf sehr betroffen.

Immer häufiger melden sich Leser bei uns, die an Wegrändern, Spazierrouten, in Gewergebieten, an außerörtlichen Parkplätzen und sogar im Wald haufenweise Müll entdecken.

Schwalm – So ist es zuletzt auch HNA-Leser Alexander Schenk ergangen. Auf dem Radweg-Parkplatz in Riebelsdorf hat er neben Mülleimern unterschiedlichste Abfallhaufen vorgefunden, sogar Autoreifen seien mit dabei gewesen. Für Schenk sind derartige Umweltsünden erschreckend und nicht nachvollziehbar.

Zum Beispiel Gemeinde-Mitarbeiter in Frielendorf müssen die zunehmende Vermüllung klar bestätigen. „Wir finden immer mehr Abfälle in den Feld- und Waldgemarkungen“, sagt Torsten Waldeck vom Bauhof. Vor allem Bauschutt, Elektroschrott und Altreifen entsorgen die Mitarbeiter regelmäßig aus der Natur. Für Waldeck ist so ein Verhalten unverständlich.

Die Müllbehälter in der Gemeinde werden mindestens einmal wöchentlich geleert – bei Bedarf auch mehrmals. Dabei falle aber immer öfter auf, dass der meiste Unrat neben den Behältnissen liegt anstatt darin. „Für die Umwelt sind solche Müllsünder wenig hilfreich“, so Waldeck.

Neukirchens Bauhofleiter Thomas Kraske spricht auch von einer deutlichen Müllzunahme und zahlreichen Müllsündern. Vor allem an den Schutzhütten müssten die Leute des Bauhofs regelmäßig Partymüll entfernen. „Mich macht so ein Anblick wütend und traurig zugleich“, sagt Kraske. Doch auch Altreifen, Bauschutt, Sperrmüll, Gartenabfälle oder Batterien werden mittlerweile regelmäßig in der Natur vorgefunden.

Altreifen in der Natur entsorgt: Das bekommen die Bauhof-Mitarbeiter immer öfter zu sehen.

Für die Bauhof-Mitarbeiter ist das ein großer Aufwand, da es viel Zeit kostet, immer wieder Müll von Plätzen entfernen zu müssen, wo eigentlich natürlich kein Abfall liegen sollte. Zudem kommt es des Öfteren vor, dass die Mitarbeiter mit großem Ekel zu kämpfen haben. „Erst vor Kurzem mussten wir menschliche Exkremente entsorgen, das ist einfach unangenehm und widert einen an“, berichtet der Bauhofleiter. Er würde sich wünschen, dass an den Plätzen, wo illegal Müll entsorgt wird, die Polizei oder das Ordnungsamt regelmäßiger kontrolliert.

Doris Heinmüller, Leiterin des Ordnungsamtes Schwalmstadt, bekommt immer wieder Meldungen über illegale Müllentsorgung. „Wir versuchen dem Ganzen dann natürlich auch immer nachzugehen und herauszufinden, wer es war, aber das gestaltet sich meist schwierig“, so Heinmüller. In der großen Mehrzahl könnten keine Verursacher ausfindig gemacht werden, weil es keine Zeugen gibt. Die Müllsünder kommen in den meisten Fällen also einfach davon.

Müllsünder gibt es leider viele, aber auch Menschen, die sich als Freiwillige dagegen stellen. Kürzlich berichteten wir über eine zudem gute Erlöse bringende Schrottsammelaktion in Obergrenzebach. Außerhalb von Pandemiezeiten gibt es in vielen Gemeinden gerade im Frühling traditionelle Säuberungseinsätze.

„Es gibt im Grunde nichts, was man nicht findet“, berichtet etwa der ehemalige Ziegenhainer Ortsvorsteher Karsten Schenk. Zusammen mit dem Ortsbeirat räumten freiwillige Helfer jedes Jahr Massen an Abfall aus der Ziegenhainer Gemarkung. „Wir haben uns von der Stadt eine Pritsche gemietet, und die war jedes Jahr aufs Neue bis obenhin voll“, so Schenk. Für ihn sind solche Aktionen unverzichtbar, weil so viel Müll herumliegt. Extrem sei das etwa im Bereich der Altkleider- und Glascontainer an der Ernst-Ihle-Straße, wo ständig haufenweise Unrat abgeladen werde, „ich finde so ein Verhalten sehr bedauerlich“. Viele würden ihren Abfall auch völlig schamlos aus dem Autofenster werfen. Für Schenk ist so ein Verhalten einfach nur unverständlich. (Lea Beckmann)

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