Corona sorgt für Kreativität

Im Altkreis Ziegenhain sind viele Konfirmationen erst im Spätsommer

Eine Konfirmationskarte
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Kirchengemeinden im Altkreis Ziegenhain haben die meisten Konfirmationen in den Sommer verschoben. (Symbolbild)

Die Corona-Pandemie hat erneut dafür gesorgt, dass die Kirchengemeinden ihre Konfirmationen in den Sommer verschoben haben. Im Kirchenkreis Ziegenhain wurden inzwischen die meisten Termine in den Zeitraum von Juli bis September verlegt.

Schwalm – „Zum Beispiel der Kirchenvorstand in Ziegenhain hat auf Bitten der Eltern die Konfirmation auf den ersten und zweiten Sonntag im September verschoben (5. und 12.9.). In Niedergrenzebach wird Sonntag, 4. Juli, angepeilt“, so Dekan Christian Wachter.

Die evangelische Kirchengemeinde Franz-von-Roques in Schwalmstadt will die Konfirmationen zukünftig sogar jedes Jahr im Sommer stattfinden lassen und nicht mehr im Frühjahr. Die Konfirmationen in diesem Jahr werden zum Teil draußen stattfinden.

Zum Beispiel Olberode will sie im Freien feiern. Auch in Oberaula soll Anfang Juli die Konfirmation auf dem Festplatz Mies stattfinden. „Je größer die Kirche, desto eher ist es möglich, auch in der Kirche zu feiern“, erläutert dazu der Dekan.

Aufgrund der Pandemie wurden die Konfirmandengruppen allerdings aufgeteilt. Viele Konfirmanden finden es schade, wenn sie nicht mit der gesamten Gruppe konfirmiert werden können. „Es ist eine Notlösung und wir hoffen, dass es sich bald wieder ändert“, so Dekan Wachter, der bei den Kirchengemeinden viel Kreativität feststellt, die letztlich durch die Krise freigesetzt wurde – so bringe die Pandemie auch positive Veränderungen mit sich. „Manches von dem, was jetzt aus der Situation entsteht, wird künftig auch ohne Not weiterbestehen.“

So wurde es in einigen Gemeinden eingeführt, dass während der Pfarrer den Segen spricht, nun die Paten oder Eltern die Hände zum Segen auflegen. Bisher tat das immer der Geistliche, doch die geltenden AHA-Regeln lassen das nicht zu.

Etwas anders sah die Einsegnung auch in der Gemeinde Röllshausen in diesem Jahr aus. Dort wurde Anfang Mai Konfirmationen gefeiert, und zwar mit den Jugendlichen, die eigentlich letztes Jahr schon konfirmiert werden sollten. „Sie wollten im vergangenen Jahr unter diesen Umständen nicht konfirmiert werden. Da uns aber Corona noch immer begleitet, waren sie es Leid und haben sich für eine Konfirmation jetzt entschieden“, so Pfarrer Thomas Lux. Die Konfirmanden durften allerdings nur drei bis vier Familienangehörige mit in die Kirche bringen. Die übrigen Gäste standen davor und hörten die Lautsprecherübertragung.

Pfarrer Lux weist daraufhin, dass sich nicht nur die Entscheidungen der Kirchengemeinde schwierig gestalten, man stehe auch bei der Planung der Familienfeiern vor Herausforderungen. „Einige Familien haben mir erzählt, dass sie über das Jahr verteilt immer nur ein paar Verwandte und Freunde eingeladen haben. Andere haben ihre Gäste am Konfirmationstag im Stundentakt eingeladen, jeweils nur einen Gast.“ (Lea Beckmann)

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