Impftempo nimmt Fahrt auf

Schwalm: Haus- und Facharztpraxen organisieren besondere Angebote

Die Impfaktion im früheren Rohde-Gebäude in Ziegenhain läuft noch heute und morgen, Teil des Teams sind von links Elke Schulz, Astrid Sachs, Nadja Wilberger, Nadine Stephan und Marina Schäfer.
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Die Impfaktion im früheren Rohde-Gebäude in Ziegenhain läuft noch heute und morgen, Teil des Teams sind von links Elke Schulz, Astrid Sachs, Nadja Wilberger, Nadine Stephan und Marina Schäfer.

Das Impftempo in der Schwalm nimmt Fahrt auf: Aktuell impft Asklepios zusammen mit dem AGZ (Asklepios Gesundheitszentrum) und der Praxis Hesselbarth in Ascherode in einem temporären Zentrum auf dem früheren Rohde-Areal.

+++ Update vom 10. Dezember Am heutigen Freitag (10.12.) besteht noch einmal die Möglichkeit, sich im Asklepios-Pflegezentrum in Ziegenhain impfen zu lassen. Viele berichten, dass es sehr zügig geht, Impfstoff ist ausreichend vorhanden - bis 16 Uhr.

Ziegenhain. Noch heute und am morgigen Freitag von 9 bis 16 Uhr – ohne Voranmeldung. Nachdem das Angebot Anfang der Woche gestartet war und sich am Montag zunächst eine lange Warteschlange gebildet hatte, macht der Blick aktuell klar, dass das Team aus etwa 25 Helfern pro Tag eine perfekte Logistik geschaffen hat – schon ab Montagmittag mussten die Menschen nicht mehr lange anstehen, Leser unserer Zeitung berichten von einem reibungslosen und schnellen Ablauf.

Die Bilanz des ersten Tages: 900 Menschen konnten ihre Impfung erhalten. In dem Zusammenhang weist Alexander Kessler, Leiter der Krankenhaushygiene bei Asklepios, noch einmal daraufhin, dass man sich an die Empfehlung der Stiko halte und bereits ab fünf Monate nach der zurückliegenden Spritze impfe.

Impfung: Hausärzte sind stark eingebunden

Auch die Schwälmer Fach-und Hausärzte bringen sich beim Impftempo ein: „Wir haben schon ansonsten viel zu tun, aber das hier stellt alles in den Schatten“, sagt Dr. Axel Figge, Sprecher des Hausärzteverbandes Schwalm-Eder. Die Teams seien stark gefordert, vor allem weil es nicht nur um die Notwendigkeit des Impftempos gehe, sondern sich aktuell auch immer mehr positive Fälle via Schnelltest zeigten, „und die Betroffenen dann zur Abklärung zum Hausarzt gehen“. Auch sei der Aufklärungsbedarf stark gestiegen: „Die Menschen verfallen beim Boostern zum Teil in sehr starke Nervosität.“ Gleichzeitig würden aber auch die Erstimpfungen zunehmen. Die einen zeigten Einsicht, auch Überwindung, andere beugten sich dem politischen Druck.

Das Impfgeschäft könne, so Figge weiter, in den Praxen nur in sprechstundenfreien Zeiten laufen, jedoch gibt es unter den Ärzten die Bereitschaft, auch an Samstagen zu impfen. Auch habe man unter Kollegen ein Impfangebot für Schulen ermöglicht – jeweils ein Kollege sei vor Ort gewesen und habe Lehrer geimpft. Nach wie vor problematisch sei das Impfstoff-Kontingent: „Wir bekommen deutlich weniger als bestellt.“ Das gelte in erster Linie für Biontech, etwas mehr gebe es von Moderna. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) habe nur 50 Prozent der Dosen bekommen, die gefordert waren. Jetzt gelte es, den Impfstoff sinnvoll einzusetzen, erläutert Figge – für die besonders gefährdeten über 70. Er lobt besonders die Organisation in den Praxen: „Die medizinischen Fachangestellten leisten königliche Dienste. Sie organisieren die Abläufe und machen eine tolle Arbeit.“

Impfungen im im 4-Minuten-Takt

Auch in kleineren Orten werden besondere Aktionen gestartet, beispielsweise in der Mengsberger Facharztpraxis von Eva Randebrock-Degenhardt. Geimpft wurde an zwei Wochenenden. Bei der ersten Aktion konnten zwischen 8 und 19 Uhr Impftermine im 5-Minuten-Takt vergeben werden, heißt es aus der Facharzt-Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie. Weil wegen der enormen Nachfrage diese Termine aber schon kurz nach Bekanntgabe der Impfaktion ausgebucht waren, wiederholte das Team die Wochenendaktion. Hier stellte sich die Beschaffung der Impfdosen als schwierig heraus, gelang aber letztlich.

Durch eine straffe Organisation wurden Impftermine dann im 4-Minuten Takt vergeben, insgesamt konnten mehr als 700 Menschen geimpft werden. Unterstützt wurde das Praxisteam von Natascha Fischer vom örtlichen Pflegedienst Nebel, die an allen vier Tagen für die Aufbereitung der Impfstoffe sorgte. (Sandra Rose)

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