Historische Zweitakter aus den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern

Schwälmer Kaffeerocker fahren Zweiräder aus ihrer Jugend: Reportage in der Autobild

Kennt jede Schraube der Hercules Ultra 80: Jens Laabs, rechts, Kälteanlagenbauer (52), neben ihm Hartmut Näser (52). In der „Sachs-Garage“, Laabs‘ Bastler-Werkstatt in Treysa, baut er seine rote Hercules wieder auf, er hatte sie mit 16 gefahren.

Schwalmstadt. Der Tag hätte nicht herrlicher sein können für eine ganz besondere Reportage in der Schwalm.

Zehn Männer, heute um die 50, auf den Traummaschinen ihrer Jugend, die unter tiefblauem Himmel durch die Schwalm kurven zu den Treffpunkten von damals, zur Hazienda und zum Kino beispielsweise. Und zur liebevoll Sachs-Garage genannten Tüftlerwerkstatt von Jens Laabs in Treysa.

Dort bastelt der 52-Jährige an seinen alten Schätzchen, sogar seine eigene Hercules Ultra II LC, die er mit 16 fuhr, hat er vor ein paar Monaten auf der Verkaufsplattform Ebay aufgestöbert und mit Herzklopfen zurückgekauft.

Das allein schon fand der Ziegenhainer Andreas May, Journalist und Testchef beim Magazin Autobild in Hamburg, so spannend, dass er es unbedingt in seine Zeitschrift bringen wollte.

Dass Laabs zudem eine Menge alter Freunde zusammen getrommelt hat, die auch historische Zweitakter aus den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern fahren, überzeugte den Chefredakteur im hohen Norden, obwohl es in den Heften eigentlich nur um vierrädrige Fahrzeuge geht. May: „Die Geschichte funktioniert bei uns trotzdem super, schließlich waren auch unsere Leser Mofa- und Mopedfahrer.“ 

In der aktuellen Ausgabe ist nun auf üppigen vier Seiten zu sehen und zu lesen, warum eine ganze Rotte Männer in den Fünfzigern für fast vergessene Zweiradmodelle von Zündapp, KTM, Vespa oder Hercules brennt. Und wo sie damit herumdüsen. Landcafés und Eisdielen in ganz Nordhessen sind Lieblingsziele der „Kaffeerocker“, erzählte Jens Laabs diese Woche der HNA, oder Veranstaltungen mit nostalgischem Einschlag wie kürzlich das Historische Caldener Flugplatzrennen. 

Fachsimpeln vor der „Sachs-Garage“: Jens Laabs und Andreas May im offenen Tor.

Jens Laabs ist noch immer selig, dass er sein rotes Leichtkraftrad, wassergekühlt, von damals seit ein paar Monaten wieder hat, sogar mitsamt originalem Fahrzeugbrief. 1985 hatte er es verkauft, um sich ein größeres Motorrad leisten zu können. Dass er das in den 2000ern sehr bereuen würde, ahnte er nicht. Über Treysa und Großropperhausen war die Hercules irgendwann in Alsfeld gelandet. Laabs will die 6,25-PS-Maschine jetzt behutsam wieder aufbauen in seiner Sachs-Garage. Andi May: „Jens kennt die Hercules besser als jeder andere, ihm ist kein Schräubchen fremd.“

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