Kritik an dem Straßenbau

In der Knüllstraße sorgen sich die Anwohner um ihre Sicherheit

In der Knüllstraße in Niedergrenzebach gärt der Unmut über die Form des Ausbaus der Landesstraße. Es geht um den Wegfall der Busbuchten, die Verbreiterung der Gehwege, Verengung der Fahrbahn und die flachen Bordsteinkanten.

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Niedergrenzebach beschäftigt den Petitionsausschuss des Landtags.

Niedergrenzebach – Mit den Vorbehalten der Knüllstraßen-Anwohner über die Form des Ausbaus der Ortsdurchfahrt in Niedergrenzebach beschäftigt sich inzwischen der hessische Landtag. Bei einem Ortstermin verschaffte sich der Petitionssauschuss ein Bild von der Lage. Wir sprachen mit Anwohnern über Kritikpunkte, die im Wesentlichen den Faktor Sicherheit im Fokus haben.

Knüllstraße: Wegfall Busbuchten

Die Stadt Schwalmstadt stützt sich bei der Argumentation für den Wegfall der beiden Busbuchten auf die Einschätzung von Hessenmobil. Demnach soll es ungefährlicher sein, wenn der Bus auf der Fahrbahn hält und nicht in einer Ausbuchtung. Diese benötige zudem mehr Platz, der nicht gegeben sei.

Das sehen Anwohner ganz anders. „Eine Straße sollte sich an den Gegebenheiten vor Ort orientieren und nicht am Reißbrett entstehen“, meint eine Niedergrenzebacherin. Es werde häufig zu schnell gefahren, insbesondere aus Obergrenzebach kommend („Einflugschneise“).

Keine Buchten mehr: Der Bus hält auf der Straße

Außerdem kritisieren sie, dass die Planungen auf einer veralteten Zählung des Verkehrsaufkommens basiere. (Verkehrsmengenkarte 2015). Die Niedergrenzebacher gehen davon aus, dass es ohne Busbuchten vermehrt zu Staus und riskanten Überholmanövern kommen könnte. Auch fühlen sich Anwohner von der Stadt falsch informiert. Sie sehen insbesondere Kinder in Gefahr – auch wegen fehlender Querungshilfen. Die kann es offenbar wegen mangelnder Straßenbreite nicht geben.

Knüllstraße: Straßenbreite

Die Knüllstraße wird künftig nur noch sechs Meter breit sein. Die Stadt argumentiert, dass es gesetzliche Gründe für den engeren Ausbau gab, weil sie nämlich bei einem breiteren Ausbau die Mehrkosten übernehmen müsste. Die Anwohner gehen davon aus, dass sich Lkw wie auch landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht ungehindert passieren werden können. Die Fahrzeuge müssten zwangsläufig auf die Gehwege ausweichen und würden Fußgänger in Gefahr bringen.

Zudem lädt in der Knüllstraße aus Sicht der Anwohner das Absenken der Bordsteinkanten auf fünf Zentimeter Autofahrer dazu ein, zu dicht an oder über die Kante fahren könnten. In diesem Zusammenhang weisen die Niedergrenzebacher auch auf die Problematik in der Bahnhofstraße in Treysa hin. Dort musste aus genau diesen Gründen erheblich nachgebessert werden: Inzwischen halten dort Kübel, Poller und andere Barrieren die Fahrzeuge von den Gehwegen fern.

Flache Bordsteinkanten könnten zum Drüberfahren verleiten.

Außerdem wird kritisiert: Obwohl die Gehwege teilweise bis zu acht Meter breit seien, müssen die Autos künftig auf der Straße parken. Und sie als Anwohner seien aufgefordert worden, Verstöße sofort zu melden, empören sich Anwohner. Bürgermeister Stefan Pinhard geht in einer Stellungnahme davon aus, dass es bei möglichem Wegfall der Straßenausbaubeiträge – mit denen die Anlieger an den Gehwegkosten beteiligt würden – keinen Protest mehr gegen komfortable Gehwegbreiten geben würde.

Knüllstraße: Fazit

Im Zusammenhang mit der Debatte um die Knüllstraße wird vonseiten der Niedergrenzebacher wie auch der Stadtverwaltung mit harten Bandagen gekämpft. Stichworte: „Dienstaufsichtsbeschwerde“ (Niedergrenzebacher) und „Unterlassungsklage“ (Bürgermeister Stefan Pinhard). „Es ist sehr beschämend, dass Bürgerwille nicht wahrgenommen wird“, sagt ein Niedergrenzebacher. (Sylke Grede)

Rubriklistenbild: © Sylke Grede

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.