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Irrfahrt im Zuckerschock: Diabetikerin gefährdete andere

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Das Foto zeigt den Eingang zum Amtsgericht Schwalmstadt.
Das Amtsgericht in Schwalmstadt verurteilte die 67-jährige Beschuldigte zu einer Geldstrafe und einem Fahrverbot. © Sandra Böhm

Das Amtsgericht Schwalmstadt hat eine Frau zu einer Geldstrafe von 1625 Euro und zwei Monaten Fahrverbot verurteilt. Die Diabetikerin erlitt am Steuer ihres Autos einen Zuckerschock.

Schwalmstadt – Was war passiert? Nach einem Freibadbesuch stieg die 67-Jährige im Sommer dieses Jahres in ihr Auto. Sie wollte nach Hause fahren. Vor der Fahrt verzichtete die Frau jedoch darauf, ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. „Das war ihr Fehler“, erklärte ihr Arzt vor Gericht. „Sport, vor allem in großer Hitze, senkt den Blutzuckerspiegel. Auch wenn man sich gut fühlt, sollte man lieber auf Nummer sichergehen und messen.“ Die Beschuldigte trat die Fahrt trotzdem an.

Fahrerin fühlte sich unwohl

Als sie dann von einer Hauptverkehrsstraße abbiegen wollte, merkte sie, „dass irgendetwas nicht stimmt“. Die Frau aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis sagte vor Gericht aus, sie habe nicht abbiegen können. „Mein einziger Gedanke war, ich muss irgendwie rechts anhalten.“

Auf der Suche nach einer in ihren Augen geeigneten Stelle, fuhr sie weiter. „Es war wie im Tunnel, ich handelte völlig irrational“, gestand sie. Auf ihrer Irrfahrt passierte sie Ampeln und Kreisverkehre problemlos, ignorierte aber auch alle Haltemöglichkeiten.

Bewusstlos am Steuer

Zwischen Sachsenhausen und Sebbeterode hielt die Fahrerin an einer Steigung auf der Straße an. Sie wurde kurz darauf bewusstlos und ihr Wagen rollte rückwärts bergab. Der hinter ihr Fahrende reagierte geistesgegenwärtig und stoppte den Wagen mit seinem Auto. Dabei entstand an seinem Fahrzeug ein Schaden von 2000 Euro. Dass ihr Auto etwa 60 Meter rückwärts rollte, davon habe die 67-Jährige in ihrem Trancezustand nichts mitbekommen.

„Sie hatten viel Glück, das hätte schlimmer ausgehen können“, konstatierte der Richter. Er könne sich nicht erklären, warum die Beschuldigte so lange herumgefahren sei und nicht rechts an der Straße gehalten habe, als sich ihr Zustand verschlimmerte. Sie hätte die Fahrt nicht antreten dürfen und habe die Situation falsch eingeschätzt. Die Angeklagte hätte ihre Fahruntauglichkeit erkennen können und müssen. (Philipp Knoch)

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