Das Lachen ist nie vergangen

60 Jahre Seite an Seite: Ehepaar aus Trutzhain feiert Diamantene Hochzeit

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Gaben sich vor 60 Jahren das Ja-Wort: Margarete und Johann Langer aus Trutzhain feiern heute ihre Diamantene Hochzeit.

Trutzhain. Es war ein sonniger, aber windiger Tag, an dem sich Margarete und Johann Langer in Seigertshausen vor 60 Jahren das Ja-Wort gaben.

Windig, bisweilen stürmisch, war es in den vergangenen sechs Jahrzehnten auch so manches Mal - allerdings im positiven Sinne. Denn den Langers ist das Lachen nie vergangen. Heute feiert das Paar aus Trutzhain seine Diamantene Hochzeit.

Sowohl die Familien von Margarete als auch von Johann kommen ursprünglich aus dem Sudetenland. Dort lernten sich beide schon als Kinder kennen, etwa im Jahre 1947. Als Vertriebene zog es die Familien zunächst nach Mecklenburg, schließlich nach Seigertshausen. „Wir waren beide katholisch und haben einfach gut zusammen gepasst“, erklärt Johann Langer ganz pragmatisch, nicht ohne seiner Frau liebevoll zuzulächeln.

An den Hochzeitstag erinnert sich Margarete Langer noch genau. Geheiratet wurde in Trutzhain, danach bei den Eltern in Seigertshausen gefeiert. Mutter und Tante kochten, ein Bekannter sorgte für Musik. Ihr Brautkleid bewahrt die 80-Jährige bis heute auf. Insgesamt bekamen Langers in 18 Jahren sieben Kinder. „Hänsel und Gretel und die sieben Zwerge“, scherzt die jüngste Tochter Ute Saiz.

Eigenheim in Trutzhain

1963 erfüllte sich ein großer Wunsch der Familie. Sie zog ins selbst gebaute Eigenheim nach Trutzhain um. Johann Langer, der den Beruf des Schuhmachers gelernt hatte, arbeitete zunächst bei umliegenden Bauern, dann als Maurer und im Steinbruch in Großropperhausen, bevor er eine Stelle bei Freudenberg annahm und dort 23 Jahre bis zur Rente blieb.

Margarete Langer, die als Verkäuferin ausgebildet wurde, kümmerte sich um Haushalt und Kinder und trug als Näherin bei Schidlejas in Trutzhain zum Einkommen der Familie bei. Sie strickte, stickte, kochte gern und bewirtschaftete zudem das große Gartengrundstück. Die Langers engagierten sich im Ort in verschiedenen Vereinen, in der Feuerwehr, dem Sportverein, im Wanderverein und im Chor. „Und unsere Mutter hat immer viele Enkel gehütet“, erzählt die Tochter. Das Paar freut sich über zwölf Enkel und fünf Urenkel. Schön sei auch, dass die Kinder „alle ums Nest“ wohnten, vier allein in Trutzhain.

Im Hause Langer sei deshalb immer Trubel gewesen. „An den Wochenenden spielte sich hier alles ab - da wurde gekocht oder man traf sich zum Kartenspielen“, sagen die Töchter. Zeitweilig verkauften Langers im Haus Getränke und Eis.

Heute geht manches langsamer: Johann Langer überstand vor vier Jahren eine Herz-OP. Das Paar freut sich heute auf ein Fest im Familienkreis, am Samstag ist eine Messe geplant. „Wir sind ein fröhlicher Haufen“, sagt Johann Langer. Sie wünschen sich, dass das noch lange so bleibt. (zsr)

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