Mann mischte bei Schlägerei mit - Jetzt muss er Sozialstunden leisten

Schwalmstadt. Weil er bei einer Kirmesschlägerei mitgemischt hat, musste sich ein junger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain jetzt vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Der ehemalige Abiturient aus stabilen Verhältnissen ist am Gericht ein alter Bekannter. Bereits sechs Mal stand er wegen verschiedenster Vergehen vor dem Richter.

Im vergangen Sommer soll der 19-jährige Hilfsarbeiter laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft auf einer Kirmes im Landkreis Marburg-Biedenkopf bei einer Massenschlägerei einem Security-Mitarbeiter einen Faustschlag in den Nacken versetzt haben.

Der Angeklagte gab den Vorfall im Wesentlichen zu. An der Schlägerei hätten über 20 Leute teilgenommen. „Die haben alle wild um sich geprügelt“, erzählte der 19-Jährige. Mittendrin sei auch der Bruder seiner damaligen Freundin gewesen. Als ein Security-Mitarbeiter den Bekannten zu Boden drückte, habe er diesem nur helfen wollen.

Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, warum man sich überhaupt in so ein Gemenge einmischt, antwortete der junge Mann achselzuckend: „Tja, das habe ich mich hinterher auch gefragt.“

Als Zeugen hatte das Gericht unter anderem die damals bei der Schlägerei anwesenden Security-Männer geladen. „Es war das pure Chaos. Mehrere Schlägereien an verschiedenen Punkten. An drei, vier Ecken haben sich die Leute geprügelt“, schilderte ein 33-jährige Mitarbeiter der Sicherheitsfirma den Vorfall.

Als er dann einen Mann auf den Boden gedrückt habe, sei der Angeklagte gekommen und habe ihn von hinten auf den Kopf geschlagen. „Es hat aber nicht wehgetan“, erklärte der Zeuge. Woraufhin das Gericht feststellte, dass man dann in diesem Fall wohl nicht mehr von Körperverletzung sprechen könne. Der Versuch sei aber auch strafbar, stellte der Richter mit Blick auf den 19-Jährigen fest.

Er kam immer wieder 

Ein als weiterer Zeuge aussagender Security-Mann bestätigte die Aussage seines Kollegen. Der Angeklagte wäre ihm bei der Schlägerei aufgefallen: „Ich habe ihn zweimal weggezogen. Er hat sich dann umgedreht, ist gut fünf Meter weitergegangen und hat beim nächsten weitergemacht.“

Zu guter Letzt stand auch noch der Bekannte des Hilfsarbeiters im Zeugenstand, konnte aber nicht wirklich viel zur Wahrheitsfindung beitragen. Er sei an dem Abend betrunken gewesen, erklärte der Auszubildende: „Ich weiß gar nichts mehr.“

Einen Strich ziehen

In seinem Plädoyer forderte der Staatsanwalt für die Tat Sozialstunden: „Der Schlag war völlig unnötig.“ Der Hilfsarbeiter habe bereits ein buntes Portfolio an Straftaten angesammelt. Es müsse jetzt ein Strich gezogen werden, so der Jurist.

Dem konnte der Verteidiger nur zustimmen: „Es steht fest, dass sich mein Mandant der versuchten Körperverletzung schuldig gemacht hat. Er muss lernen, sich aus diesen Dingen rauszuhalten.“

Das Gericht folgte dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilte den 19-Jährigen zu 40 Sozialstunden. Bereits in Kürze wird der junge Mann wegen Schweren Raub aber wieder vor Gericht erscheinen müssen.

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