Prozess am Amtsgericht Schwalmstadt

Drogen im Darknet bestellt: Täter hört Stimmen im Kopf - Kann er einer Haftstrafe entgehen?

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Südlich von Kassel: Ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg muss sich wegen der Beschaffung von Drogen vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. 

Ein junger Mann aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg südlich von Kassel muss sich wegen der Beschaffung von Drogen aus dem Darknet verantworten. So hat das Gericht entschieden.

  • Ein junger Mann aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg südlich von Kassel steht vor Gericht.
  • Er muss sich wegen Beschaffung von Drogen aus dem Darknet verantworten.
  • Der Angeklagte leidet unter psychischen Problemen.

Schwalmstadt - Ein 26-jährigen Mann aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg südlich von Kassel musste sich wegen der Beschaffung von Drogen vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Was war geschehen?

Im Frühjahr und Sommer 2017 hatte der junge Mann im Darknet, einem anonymen Teil des Internets, gut zehn Gramm Kokain und 250 Gramm Amphetamine bestellt. Die Polizei kam ihm auf die Schliche, als sie den Händler festnahmen und seine Kundendatei fanden.

In der Region Kassel: Drogen im Darknet bestellt - Täter leidet unter Schizophrenie

Bei einem ersten Prozess im Frühjahr 2019 gestand der Angeklagte aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg südlich von Kassel zwar die Taten, erklärte aber, er leide unter psychischen Problemen. Daraufhin hatte die Strafrichterin damals entschieden, ein forensisch-psychiatrisches Gutachten erstellen zu lassen. Im neuen Prozess berichtete der Sachverständige, der Angeklagte leide unter einer Schizophrenie. Der junge Mann habe deswegen zum Zeitpunkt seiner Taten eine erheblich eingeschränkte Steuerungsfähigkeit besessen.

Die persönliche Entwicklung des Angeklagten sei seit einem Jahr sehr positiv zu sehen. Bisher nutze der heute 26-Jährige Hilfsangebote wie Betreutes Wohnen, die Suchtberatung der Diakonie, er habe ein gutes Verhältnis zu seiner Bewährungshelferin und seiner gesetzlichen Betreuerin.

Südlich von Kassel: Angeklagter nimmt am Methadonprogramm teil

Außerdem nehme er am Methadonprogramm teil und habe durch regelmäßige Urinproben nachgewiesen, dass er keine Drogen mehr nehme. Da auch die Frage einer zwangsweisen Einweisung in die Psychiatrie im Raum stand, empfahl der Facharzt, ihn stattdessen an eine forensische Ambulanz anzugliedern.

Der Angeklagte gestand den Kauf der Drogen, konnte sich an Einzelheiten jedoch nicht mehr erinnern. Damals habe er verschieden Stimmen im Kopf gehabt, die ihn gequält und ihm gesagt hätten, was er tun solle. Mittlerweile sei nur noch eine Stimme da. „Es ist wie eine WG im Kopf, aber ich bin jetzt der Dominantere“, erklärte er. Die Stimme sei jetzt meistens freundlich wie ein Kumpel.

In der Region Kassel: Drogen im Darknet bestellt - Gericht setzt Bewährung aus

Das Schöffengericht sah die gute Entwicklung des Mannes und setzte sowohl die Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten als auch die Unterbringung in einer Einrichtung zur Bewährung aus. „Nutzen Sie ihr Kompetenzteam, das sie um sich versammelt haben“, riet die Richterin ihm. (Christiane Decker)

Die Polizei stellt in Kassel eine größere Menge Drogen sicher. Die Beamten durchsuchten eine Wohnung im Stadtteil Philippinenhof-Warteberg.

Ein ähnlicher Fall: Schlag gegen einen Drogenring in Kassel - Drogen, Waffen und Geld werden sichergestellt. Die Polizei nimm nach monatelangen Ermittlungen sieben Tatverdächtige, fünf Männer und zwei Frauen, vorläufig fest.

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