Stadt geht bei „Ab in die Mitte“ leer aus – Videos sollen entstehen

Kein Preis für Schwalmstadt

Aus dem Bewerbungsvideo: Jan-Niklas Lückhoff spielt humorvoll einen jungen Mann, der durch Schwalmstadt schlendert. Der Film zeigt, wie aus Langeweile Faszination für die Stadtgeschichte wird.
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Aus dem Bewerbungsvideo: Jan-Niklas Lückhoff spielt humorvoll einen jungen Mann, der durch Schwalmstadt schlendert. Der Film zeigt, wie aus Langeweile Faszination für die Stadtgeschichte wird.

Schwalmstadt ist, anders als Alsfeld, Homberg, Frankenberg, Rotenburg und andere, nicht unter den Siegern des diesjährigen Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen“.

Schwalmstadt – Am frühen Dienstagabend zeichnete Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die 17 Preisträger bei einer digitalen Veranstaltung aus. Sie teilen sich insgesamt 210 000 Euro Fördergelder für Projekte. Laut Ministerium sollen diese die „Innenstädte vitalisieren“ und die Attraktivität steigern sowie auf den Strukturwandel in der Pandemie in den Ortskernen abheben.

Der Gewerbe- und Tourismusverein G.u.T. und die Stadt hatten ihre Bewerbung zusammen eingereicht. Gefordert waren ein Text und ein Video bis zu 90 Sekunden Dauer. Der in der Region bekannte Filmemacher Maxi Buck (Schrecksbach) versah Buch und Regie. Darsteller Jan-Niklas Lückhoff mimte einen Zeitreisenden in historischer Uniform, der sich an markanten Punkten in der Stadt wiederfindet. Hätte Schwalmstadt den Zuschlag bekommen, so hätte unter dem Titel „Abgedrehtes Schwalmstadt – wir setzen unsere Lieblingsstadt in Szene“ ein Konzept realisiert werden können, das durch QR Codes und bis zu zehn Videos Stadtgeschichte erlebbar macht – während und nach der Corona-Pandemie.

Die Idee: Besucher sollen durchs Scannen der Codes mit dem Handy nicht etwa „fade, textliche Informationen“ erhalten, sondern „das kulturelle und geschichtliche Erbe der Stadt vielmehr in erfrischend lebendigen, kreativen Videos mit pädagogischem Ansatz nahegebracht“ bekommen. Hintergrund ist, dass Stadtführungen seit dem ersten Lockdown nicht mehr stattfinden können. Auch wenn sie wieder beginnen, könne das Konzept weitertragen, so die Macher: für alle Gäste und besonders die Konfirmandengruppen, die aus dem gesamten Bundesgebiet in die Konfirmationsstadt eingeladen sind. Zahlreiche schon bestehende Vereine, Einrichtungen und Gruppen sollten eingebunden werden.

Enttäuscht hätten Bürgermeister Stefan Pinhard und Björn Spanknebel, Vorsitzender des Gewerbe- und Tourismusvereins G.u.T., reagiert, so eine Pressemitteilung vom Mittwoch aus dem Rathaus. Pinhard weise aber darauf hin, dass sich erstmals mehr als 50 Kommunen beworben hätten, da könne nicht jeder gewinnen, aber es sei schade, dass die Mühen nicht belohnt wurden. Man habe sich große Chancen ausgerechnet. Der Verwaltungschef will nicht, dass „der Kopf in den Sand gesteckt“ wird, er will prüfen lassen, ob sich vom Konzept dennoch etwas verwirklichen lässt.

Auf Nachfrage der HNA unterstrich Pressesprecher Michael Seeger, dass es eine Nachbearbeitung mit der Projekt- und Kulturberatung geben solle, der Imnorde GmbH, die den Wettbewerb durchgeführte. Die Schwalmstädter Bewerbung werde „genau unter die Lupe genommen und mit Projektsiegern verglichen“. Schwalmstadt rüste sich für eine weitere Bewerbung in künftigen Jahren, und „wir stehen in engem Austausch mit einigen Projektsiegern und befassen uns selbstverständlich mit deren Projekten“. Fünfmal reichte die Stadt Projekte für „Ab in die Mitte“ ein, einmal kam es zur Förderung.

Als einzige Stadt holte Alsfeld einen Doppelgewinn, insgesamt über 22 000 Euro. Seit drei Jahren beteiligt sich Nachbarstadt und holte dabei vier Auszeichnungen. Gepunktet haben die Bewerbung „Die Jugend ist unser Moment“ von der Jugendarbeit des Evangelischen Dekanats Vogelsberg in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Alsfeld und die Bewerbung „Alsfelder Urlaubs-) Momente“, bei der mit einer App Fotos und Videos geteilt werden können.

Homberg bekommt 10 000 Euro für „Ideenküche - Rezepte für die Zukunft, es sind verschiedene Aktionen zum Thema Kochen geplant. Leerstehende Ladenlokale, Einzelhändler, Gastronomen und Kulturschaffende sollen kooperieren. (Anne Quehl)

Jährlicher Wettbewerb 

„Ab in die Mitte!“ ist eine Gemeinschaftsaktion des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, der Fokus Development AG, der REWE Markt GmbH Region Mitte, des Handelsverbands Hessen, der Binding Brauerei AG, der SK Standort & Kommune Beratungs GmbH, der Firma Rinn Beton- und Natursteine GmbH sowie des Hessischen Städtetages, des Hessischen Städte und Gemeindebundes, des Hessische Industrie- und Handelskammertags und anderer mehr. Als einer von mehreren Medienpartnern unterstützt die HNA die Kampagne. Der Wettbewerb wird seit einigen Jahren jährlich ausgelobt. (aqu)

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