Kein Rückenwind für Radler

Schwalmstadt: Ulrich Wüstenhagen gibt die Beratung für die Stadt auf

Ulrich Wüstenhagen an der Radstätte am Südbahnhof Ziegenhain.
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Versierter und leidenschaftlicher Ganzjahresradfahrer: Ulrich Wüstenhagen an der Radstätte am Südbahnhof Ziegenhain. Archiv

Achteinhalb Jahre nachdem das Schwalmstädter Parlament ihn zum Radverkehrsbeauftragten berufen hatte, legte Ulrich Wüstenhagen das Ehrenamt in der jüngsten Stadtverordnetensitzung nieder.

Schwalmstadt. Ein Abgang mit Frust – dies war bei dem passionierten Radfahrer herauszuhören. „Ich hoffe, dass ein Nachfolger gefunden wird“, sagte der 63-Jährige. Schon im Sommer vergangenen Jahres hatte er im Gespräch mit unserer Zeitung das Tempo bei Stadtverwaltung und übergeordneten Gremien beklagt, etwa wenn es darum geht, das 2015 beschlossene Radfahrkonzept umzusetzen – zu langsam in seinen Augen.

Er sehe es als seine Aufgabe an, auf Sicherheitsmängel hinzuweisen. Darauf werde allerdings selten eingegangen, sagt er. „Man gilt zwar als Experte, aber wenn es darauf ankommt, wird man nicht gehört“, so Wüstenhagen.

Horschmühlenweg brachte Fass zum Überlaufen

Den Frust und damit das Fass zum Überlaufen brachte schließlich das Thema Horschmühlenweg. Auch Monate, nachdem er die Verkehrssituation noch einmal öffentlich beklagt habe, sei nichts passiert.

Hier fehle nach wie vor eine Querungshilfe über die Bundesstraße 454. Der Radweg zwischen Treysa und Wiera wurde zwar 2017 fertiggestellt, jedoch ohne Querungshilfe. Als die Stadtverordneten im vergangenen Herbst die nördliche, von Hessen Mobil favorisierte Variante einer Querungshilfe und nicht die von ihm entwickelte und angeratene südliche Variante einer Querung hinter der Einmündung Hörschmühlenweg in Richtung Wiera beschlossen, war es für Wüstenhagen eine Vertrauensfrage.

Zuvor war es ihm nicht gelungen, die Fraktionsvorsitzenden von der „besseren, naheliegenderen Lösung“ zu überzeugen. „Wenn man glaubwürdig bleiben will, muss man dann auch die Konsequenzen ziehen“, so Wüstenhagen gegenüber der HNA.

Mehr Rückendeckung erforderlich

Als Nachfolger für das Amt empfiehlt der scheidende Radverkehrsbeauftragte Susanne Klippert, die bereits aus den Sitzungen des Radverkehrsbeirats als sachkundige Bürgerin und Sprecherin der ADFC-Ortsgruppe bekannt ist. „Ganz wichtig fände ich, dass die Rahmenbedingungen für dieses Ehrenamt klarer beschrieben werden“, sagt Wüstenhagen.

Zudem sollte die betreffende Person neben verbalen Wertschätzungen tatsächlich eine bessere Rückendeckung in der Auseinandersetzung mit Behörden des Kreises oder des Landes erhalten, als bisher geschehen.

„Ein hauptamtlicher Radverkehrsbeauftragter wäre sinnvoll“, erklärt Wüstenhagen weiter. (Kerstin Diehl)

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