Kind wird zum Licht der Welt

Dekan Christian Wachter mit Gedanken zu Weihnachten

Krippe
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Schwalm. In Leimsfeld haben Reinhold Altmann und Reinhold Kranz einen Stall gebaut. Eine Futterkrippe steht darin und ein Schaf schaut vorbei.

Das ist nichts Großartiges, möchte man meinen, und doch braucht es nicht mehr, um damit an Weihnachten zu erinnern und Vorfreude zu wecken.

In Gedanken sind die anderen Figuren schon da. An Heilig Abend werden Kinder sie spielen und damit die Geschichte erzählen. Hirten kommen mit ihren Schafen, Könige in kostbaren Gewändern, Josef und mit ihm Maria, die ein Kind zur Welt bringen wird. Sie finden hier vorübergehend Herberge und werden ihr Kind in die vorbereitete Futterkrippe hineinlegen. Ochs und Esel stehen dabei. Sie sind die Gastgeber. Ihr zu Hause wird in dieser Heiligen Nacht zur Notunterkunft und gleichzeitig zu einem Gotteshaus werden.

Christian Wachter

Und damit breitet sich in den Herzen eine Gewissheit aus: Wenn selbst diese einfache Herberge eine Wohnung Gottes sein kann, dann ist Gott auch mein zu Hause und mein Leben nicht zu schlicht.

Gott sucht die Not der Menschen auf, um sich ihnen vertraut zu machen. Ein leuchtender Stern am Himmel und eine Heerschar von Engeln eilen hinzu. Sie verkündigen der Menschen Frieden und die Gemeinde singt: „Christ, der Retter ist da!“

In dieser Nacht wird ein Kind zum Licht der Welt und zum Hoffnungsträger für Menschen und Tiere.

Letztere gilt es in dieser Nacht nicht zu übersehen. Schließlich sind sie, die Tiere, die Gastgeber im Stall. Und wir sind mit Maria, Josef und dem Gotteskind ihre Gäste, Gäste im Stall und Gäste in der Welt dieses Kindes. Es ist eine bedrohte Welt. Meeresspiegel steigen, Fluten bedrohen das Leben, Wüsten breiten sich aus, das Klima verändert sich. Das sind große Sorgen.

Wir hören und sehen, dass Tierarten verschwinden und aussterben. Und die Erkenntnis wächst, dass Menschen an alledem nicht schuldlos sind.

Zu Weihnachten zeigt uns ein einfacher Stall, dass wir Gäste sind bei Esel und Rind und in einer zerbrechlichen Welt.

Frieden ist uns zugesagt und aufgetragen. Gott offenbart sich in einem Kind als Freund aller Kinder seiner Schöpfung, die uns auf Zeit anvertraut ist. (Christian Wachter)

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