Nach Gespräch mit Bürgermeister

Kindergartengebühr: Eltern beklagen zahlreiche offene Fragen

Erstes Treffen: Im Kindergarten Steinweg trafen sich Eltern im Februar, als das Thema gerade bekannt geworden war. Archivfotos:  Quehl

Nach einem Gespräch von Elternvertretern mit Bürgermeister Dr. Gerald Näser gibt es laut Mitteilung der Elternschaft aus den Schwalmstädter Kitas „mehr offene Fragen" als zuvor.

Themen des Gesprächs waren Gebührenerhöhungen und die Einführung von Betreuungsmodulen.

Bürgermeister Näser habe die schwierige Haushaltssituation der Stadt angeführt, die Eltern hätten dem entgegen gesetzt, dass „hierfür nicht die Eltern und nicht die Kinder verantwortlich sind, vielmehr stellten wir fest, dass sich die Stadt Großprojekte leistet, die den Haushalt der Stadt erheblich belasten“. Solche Projekte sind für die Kita-Elternvertreter das Neubaugebiet Metze II, der geplante Umbau der Hazienda-Kreuzung zum Kreisel sowie das Großprojekt Wieragrund.

Weiter hätten die Eltern darauf verwiesen, dass das Land Hessen den verschuldeten Kommunen wenig Vorschriften zur Kita-Gebührenberechnung mache, sogar der teilweise oder völlige Verzicht auf Kita-Entgelte sei zulässig. Die Konsolidierung müsse also nicht zu Lasten von Familien mit Kindern durchgeführt werden. Der Eindruck der Eltern bei dem Gespräch sei jedoch gewesen, dass diese Argumente gegen eine Gebührenerhöhung von Näser nicht angenommen wurden, „es wurde deutlich, dass sich der Bürgermeister nicht für die finanzielle Belastung von Familien interessiert“. Bezüglich des Themas Betreuungsmodule sei „die Verwirrung über das Vorgehen des Bürgermeisters perfekt“ gewesen [Module meint hier erweiterte Betreuungszeiten]. Die Eltern hätten „erstaunt zur Kenntnis“ genommen, dass Dr. Näser diese als zu unflexibel empfindet, obwohl sie doch von ihm zunächst zum Beschluss in der Stadtverordnetensitzung eingebracht werden sollten und zusammen mit den Kita-Leitungen entwickelt wurden (HNA berichtete). Die Elternvertreter hätten unterstrichen, dass die Betreuungsmodule, wie sie aktuell vorliegen, von der Mehrheit der Eltern akzeptiert werden, obgleich man wisse, dass nicht alle Bedürfnisse abgedeckt werden können“. Die Module nun wieder zu ändern, „kommt einer Rolle rückwärts gleich“, zumal diese die Höchstförderung des Landes sichern würden.

Erfreut sind die Eltern darüber, dass der „Geschwisterbonus“ doch Bestand haben soll, doch die gesamte Zielrichtung und das weitere Vorgehen sei ihnen unklar, „Antworten haben wir bedauerlicherweise nicht erhalten“. Gebührenerhöhungen, insbesondere im Bereich der Kindertagesstätten, seien nur das letzte Mittel zur Konsolidierung des Haushalts, aber „für konstruktive Gespräche stehen wir zur Verfügung“.

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