DRK-Kleiderkammer voll – Sachspenden aber weiter benötigt

Spenden für Flüchtlinge: Kleidung in rauen Mengen

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Packen mit an: Auszubildende Julia Weber (links) und die Leiterin der Sozialarbeit Heike Hohm-Fiehler sortieren die Kleiderspenden für die Flüchtlinge in der DRK-Rettungswache in Ziegenhain.

Ziegenhain. Die Welle der Hilfsbereitschaft ist groß. Viele Kleiderspenden für Flüchtlinge kommen beim DRK an.

An ihrem Schreibtisch in der Rettungswache in Ziegenhain ist Julia Weber in diesen Tagen nur selten zu finden. Beim Roten Kreuz will sie Bürokauffrau werden, derzeit behält sie den Überblick über Berge von Klamotten, bringt Ordnung ins Chaos. Die 21-Jährige sortiert die Kleiderspenden, die für die Flüchtlinge beim DRK ankommen.

Schon vor der Eingangstür der Geschäftsstelle in der Robert-Koch-Straße türmen sich die Kleidersäcke, im Lehrsaal der Rettungswache ist kaum noch ein Durchkommen. Das Spendenaufkommen ist weiterhin ungebrochen, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau. Normalerweise kommen jährlich circa 700 bis 800 Tonnen Altkleider beim DRK im Landkreis an. „So eine Welle der Hilfsbereitschaft haben wir noch nie erlebt.“

„So eine Welle der Hilfsbereitschaft haben wir noch nie erlebt.“ 

Manfred Lau

Der Raum, in dem üblicherweise Erste-Hilfe-Kurse und andere Seminare stattfinden, wurde kurzerhand zur Kleiderkammer umfunktioniert. Mannshoch stapeln sich Säcke, Koffer, Schlafsäcke, Decken. Auf einem Tisch an der Wand stehen Schuhe. Von Crocs bis Winterfellstiefel komme alles an, sagt Julia Weber. Sie begutachtet die Kleidungsstücke, nimmt jedes Teil in die Hand, packt Pullover, Jacken, Westen und Hosen in Kartons und beschriftet sie: Damenshirts, Herrenjeans, Kinderjacken. Das meiste sei in Ordnung, sagt sie. Manches, wie ein schickes Abendhandtäschchen, muss sie allerdings auch zur Seite legen. Nicht zu gebrauchen. Das komme allerdings nicht häufig vor, meint Weber. Viele hätten die Kleidungsstücke sogar vorher gewaschen, lobt die junge Frau. Die Kartons werden dann nach Schwarzenborn in die Erstaufnahme gebracht und die Kleidung an die Menschen verteilt.

An der Zeltstadt wie auch in den anderen Rettungswachen im Landkreis und der Altkleiderstube in Morschen kommen unvermindert Sachspenden an, sagt Lau. Inzwischen gerate man zwar mit Lagerkapazitäten an Grenzen. „Aber die Menschen werden weiter zu uns kommen“, ist der DRK-Geschäftsführer überzeugt. Die Kleidung wird deshalb dringend benötigt werden, Spenden sind weiterhin willkommen. Demnächst soll in Ziegenhain die Garage der Rettungsfahrzeuge übergangsweise als Lager dienen. Langfristig sucht das Rote Kreuz in Ziegenhain allerdings nach einem trockenen Depot in der Nähe. Lau hofft, dass sich jemand findet, der eine leerstehende Halle zur Verfügung stellt.

Hilfsaktion:

Weiterhin gebraucht wird für die Flüchtlinge alles von der Unterwäsche über Hosen, Schuhe bis hin zu Jacken. Schwerpunktmäßig die Größen S,M und L. Die Spenden werden auf den Rettungswachen in Ziegenhain, Fritzlar, Melsungen und Homberg entgegen genommen.

• Geldspenden können auf das Konto des DRK überwiesen werden: IBAN: DE27 5205 2154 0203 0002 03; BIC: HELADEF1MEG; Verwendungszweck: „Flüchtlingshilfe“.

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