Die Künstlerinnen haben alle eine eigene Bildsprache entwickelt."

Kolonie mit inspirierenden Aussichten: Wuppertaler Malerinnen stellen in der Kunsthalle Willingshausen aus 

Motive aus der Schwalm: Die „Gruppe 10“ aus Wuppertal unter der Leitung von Ruth Bussmann (links) stellt Bilder in Willingshausen aus, die unter anderem gemalt sind von Ingeborg Franken, Regine Bamberger, Klaudia Gerber, Beate Rüter, Helene Adolphs und Ulrike Leonhardt. Foto:  Palka

Willingshausen. „Das Glück zu malen“ – das Motto des Künstlers Pierre Bonnard prägt die Arbeit der Malerinnen der „Gruppe 10“ aus Wuppertal in Nordrhein-Westfalen. Dieses Glück haben sie auch in der Schwalm gefunden.

„Wir sind aus Wuppertal im Bergischen Land in die tiefste hessische Landschaft gereist“, sagt Leiterin Ruth Bussmann. Belohnt wurden die Malerinnen in der Willingshäuser Malerkolonie mit inspirierenden Aussichten, gutem Licht und einer ruhigen Atmosphäre zum Arbeiten, sagen sie.

In ihrer Ferienwohnung wurden sie mit Ahler Wurscht und anderen Schwälmer Spezialitäten empfangen. Solche Eindrücke verbinden sie mit Erfahrungen aus ihrer Heimat und halten das Ergebnis in Bildern fest, die aktuell in Willingshausen in der Ausstellung „Von Wuppertal nach Willingshausen“ zu sehen sind.

Beim Betreten der Kunsthalle zeigt sich dem Besucher zunächst ein bunter, geschlossener Gesamteindruck.

Geht er jedoch von Bild zu Bild, zerlegt sich die Ausstellung in ihre Einzelteile, die Unterschiede zwischen den ganz individuellen Motiven und Stilen der Künstlerinnen werden deutlich. „Ob landschaftlich, abstrakt oder figurativ – die Künstlerinnen haben alle eine eigene Bildsprache entwickelt“, sagt Bussmann.

So malt Helene Adolphs sehr konkrete Stillleben, beispielsweise einen Schwälmer Teller mit Speck, Kartoffeln und den typischen Ornamenten. Aber auch Gemüse aus ihrem eigenen Gewächshaus ist ein häufiges Motiv, das vorher ganz genau positioniert und belichtet wird, bevor es an den Pinsel geht.

Auch die Figuren von Beate Rüter, seien es Wuppertaler Menschen im Café oder Frauen in der traditionellen Schwälmer Tracht, sind eher realistisch gemalt. Im Gegensatz dazu bleibt Ingeborg Franken bei ihren Werken nicht lange so genau am gewählten Motiv. Es bleibt zwar erkennbar, wirkt aber fließender und abstrakter, wie auch ihr Blick aus dem Willingshäuser Atelierfenster, ein beliebtes Motiv, das von mehreren Malerinnen ganz unterschiedlich umgesetzt wurde. Eine Wuppertaler Landschaft, gemalt von Klaudia Gerber, ziert den Titel der Einladungskarte zur Ausstellung und auch den Ausstellungskatalog der Kunsthalle für das Jahr 2018.

Jedes Bild zeigt seine Details und Wirkung bei der einzelnen Betrachtung. Tritt der Besucher einige Schritte zurück, fügt sich das Werk jedoch wieder nahtlos in den bunten Gesamteindruck der Ausstellung „Von Wuppertal nach Willingshausen“ ein.

Noch in diesem Jahr wird das Thema umgedreht, denn es wird an der Bergischen Universität Wuppertal eine Ausstellung geben, bei der dann auch Bilder und Motive aus der Schwalm gezeigt werden.

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