Ausbau Bahnhofstraße: Kompromiss in Treysa schmeckt nicht allen

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Kreisel statt Ampelkreuzung: Das Haus vor der Spielothek ist abgerissen (rechts), hier im Sportweg sollen die Bauarbeiten mit einem Kostenvolumen von über 740.000 Euro möglichst schon in wenigen Wochen beginnen. 

Treysa. Von „einem wirklich guten Kompromiss" sprach Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck (SPD). Mit Ausnahme der Grünen und der Linken-Vertreterin stimmten in der jüngsten Stadtverordnetensitzung alle zu.

Das Gesamtpaket Bahnhofstraße ist seit Donnerstagabend in trockenen Tüchern. Einzig die letztgültige Anordnung von einigen Kurzzeit-Pkw-Stellplätzen ist immer noch offen.

„Es ist ein Jahrzehnteprojekt“, wie SPD-Fraktionschef Michael Schneider mit einem Aufatmen anmerkte. Seine Fraktion werde nun wegen der strittigen Parkplatzfrage keine Grundsatzdiskussion anfangen.

Für die CDU sprach Philipp Zmyj-Köbel, die nun umzusetzenden Pläne „entsprechen dem, was die CDU von Anfang an gefordert“ habe, nur hätte das Ganze früher geschehen sollen.

Ausbau der Bahnhofstraße in Treysa beschlossen: Diskutiert wird nun über die Streichung von Stellplätzen.

Wasser in den Wein kippte allein Dr. Jochen Riege (Bündnis 90/Grüne). Anstatt „sich unterhaltende Menschen ein- und Autos auszuladen“, geschehe das Gegenteil. Riege sagte: „Eine solche Verkehrspolitik ist provinziell-dörflich.“ Es gälten Dogmen der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, die Bahnhofstraße sei von Pkw-Stellplätzen umzingelt. Er kritisierte eine nach Meinung der Grünen „dörflich und honoratiorengeprägte Verkehrspolitik“, die dem „imperativen Mandat einzelner Geschäftsleute“ gehorche. An der Einmütigkeit der anderen Fraktionen kratzte Riege damit nicht: Nach vielen Jahren des Planens, Verwerfens und Verhandelns steht das Ausbaumodell Bahnhofstraße und wird, wenn es keine unabsehbaren Rückschläge gibt, zum Vorweihnachtsgeschäft zu bewundern sein.

Auch der Kreisel wird gebaut

Gegen den Kreiselbau in der Friedrich-Ebert-Straße hielt für Bündnis 90/Die Grünen Tobias Biskamp. Der Kreisel sei nicht notwendig, zumindest aber verschiebbar. Wenn die Ampel keine Taktung mehr vorgebe, werde das Linksabbiegen auf die Friedrich-Ebert-Straße noch schwieriger. Aus eigenem Säckel werde die Stadt 400.000 Euro beisteuern müssen.

Dagegen hielt Thorsten Wechsel (CDU): Der Kreisel stelle ein Optimierung dar und sei eine wichtige Investition auch für die Zeit, wenn die A 49 weitergebaut sei.

Ab April: Eine Spur dicht

Erster Stadtrat Schwierzeck gab bekannt, dass der Kreisel schon ab April realisiert werden könnte, die Verkehrsführung werde einspurig sein, Start ist auf der Seite des Sportwegs. Noch geprüft werde, ob es nur Überwege oder Zebrastreifen gibt.

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