Appell: Weiten Abstand von rastenden Tieren halten

Kraniche machen auf ihrem Zug nach Süden auch in Schwalm-Eder Halt

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Symbolbild: Kraniche im Flug

Schwalm-Eder. Viele Menschen haben bei dem frischen, aber wunderbar sonnigen Wetter am Samstag das charakteristische Tröten der Kraniche auf ihrem Zug nach Süden vernommen.

In den Nachmittagsstunden waren erste große Gruppen am klaren Oktoberhimmel zu sehen. „Der Zug hat ganz pünktlich und erwartungsgemäß begonnen“, bestätigte Heinz Stübing (Ziegenhain) auf Anfrage der HNA. Das liegt an der ersten Frostnacht in der kühlen Ostwetterlage, die den großen Tieren auf ihren Sammelplätzen zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern das Signal zum Aufbruch gibt. Denn wenn dort die Flachgewässer zufrieren, finden die reinen Pflanzenfresser nicht mehr genügend Nahrung.

Viele der Grauen Kraniche, die über dem Schwalm-Eder-Kreis zu sehen sind, kommen von einem immer wichtiger werdenden Sammelplatz bei Linum nördlich von Berlin, berichtete Stübing weiter. Geschätzt sind es aktuell 140 000 Tiere, die auch „Vögel des Glücks“ genannt werden.

Heinz Stübing

Um das Gebiet Linum habe sich ein Schwälmer Biologe besonders verdient gemacht, so Stübing weiter. Dr. Eberhard Schneider aus Schwalmstadt-Florshain habe sich intensiv dafür eingesetzt, dass dort ein weites Areal um aufgelassene Fischteiche als Quartier für Kraniche nutzbar wurde. Übrigens gehören sämtliche bei uns zu beobachtenden Kraniche der Art der Grauen Kraniche an, weltweit gibt es 30 Unterarten.

Der Zug der Kraniche wird noch wochenlang anhalten, letzte Gruppen sind oft erst um Weihnachten unterwegs. Es sei wieder gut möglich, dass reisende Kraniche auch in den Schwalmauen zur Nachtruhe niedergehen, sagte Stübing. In diesem Zusammenhang sei es sehr wichtig, dass die Tiere keinesfalls aufgeschreckt werden dürfen. Stübing appelliert vorsorglich dringend, Kraniche bei ihrer Rast keinesfalls zu stören, sondern weiten Abstand zu halten.

Die Kraniche suchen Rastplätze auf offenen, freien Flächen auf, „ihr Zug ist einfach jedes Jahr wieder ein Schauspiel“.

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