FRAGEN UND ANTWORTEN rund um die Krätze

Krankheit ist gut behandelbar und heilt wieder aus

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Krätzemilben bohren sich unter die Haut: Hier zeigt eine Berliner Ärztin ein Foto eines betroffenen Patienten.

Krätze – für viele klingt das wie eine längst ausgerottete Krankheit aus dem Mittelalter. Doch es gibt sie noch, wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist denn überhaupt Krätze?

Die Krätze ist eine Hautkrankheit, die durch die Skabiesmilbe verursacht wird. Die Milben sind maximal einen halben Millimeter groß und damit mit bloßem Auge kaum erkennbar. Es entstehen Milbengänge in der obersten Hautschicht, so kommt es zu Ausschlag und quälendem Juckreiz, besonders schlimm nachts, so Dr. Klinge, Leiter des Gesundheitsamtes. Bei der Krätzmilbe handelt es sich um winzige Spinnentiere, die in den oberen Hautschichten von Menschen leben, dort Gänge bohren und ihre Eier ablegen.

Ist Krätze gefährlich und ansteckend?

Dr. Klinge beschreibt die Symptomatik als sehr lästig, aber letztlich nicht gefährlich. Zur Ansteckung bedarf es eines längeren und großflächigen Hautkontaktes. Selten gebe es auch schwere Verlaufsformen, dann werden die Patienten in Kliniken behandelt.

Normalerweise aber reiche die Behandlung mir Cremes über nur eine Nacht aus. In der Regel sei Skabies (von lateinisch skabere - kratzen) aber sehr gut behandelbar. Seit drei Jahren ist in Deutschland auch ein Medikament zum Einnehmen verfügbar, das führe binnen 24 Stunden zu Milbenfreiheit.

Wird Krätze in der Regel rasch erkannt?

Hier vermutet der Amtsarzt in der Praxis Probleme, der Experte habe vermutlich keine Mühe, aber im Einzelfall sei Krätze auch für Ärzte nicht immer leicht zu erkennen, „die Behandlung ist dann eigentlich eine Kleinigkeit“.

Wichtig sei es, den Krätze-Befall zu erkennen und die Infektionskette zu unterbrechen.

Welche Hautpartien werden meist befallen?

Meist bedeckte Körperregionen wie Zwischenräume zwischen Zehen und Fingern, Achseln und die Genitalregion, nach einiger Zeit reagiert die Haut mit Pusteln oder Bläschen. Ansteckend ist die Krätze schon bevor sich Symptome zeigen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung treten die Beschwerden bei einer ersten Infektion erst nach zwei bis fünf Wochen auf, bei einer Wiederansteckung nach ein bis vier Tagen.

Wie wird Krätze übertragen?

Krätze tritt nicht nur bei mangelnder Hygiene auf, sie wird von Mensch zu Mensch und durch engen, längeren Hautkontakt verbreitet – etwa beim Kuscheln in der Kita, bei der Hautpflege im Altenheim und beim Sex. Durch ein einfaches Händeschütteln wird Krätze dagegen nicht übertragen.

Wie wird die ansteckende Krankheit behandelt?

Die Krankheit ist sehr gut behandelbar und heilt wieder aus. Für die Behandlung stehen wirksame Medikamente zur Verfügung, rezeptpflichtige Cremes, Sprays und Salben zum Auftragen auf die Haut. Seit 2016 sind in Deutschland auch Ivermectin-Tabletten zugelassen, die von Vorteil sind, wenn mehrere Körperstellen betroffen sind. Familienangehörige sollten gegebenenfalls mitbehandelt werden.

Was ist beim Verdacht zu tun?

Mit Symptomen sollte man sofort zum Arzt gehen und engen Hautkontakt mit anderen vermeiden. Befallene Stellen sind vor allem Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen und Genitalien.

Die Wäsche von Betroffenen (Textilien und Bettwäsche) sollte, auch wenn die Übertragung über Stoffe sehr selten ist, bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Hilfreich kann auch sein, die Kleidung einzufrieren oder sie mehrere Tage in Plastiksäcken zu verwahren.

Weitere Informationen rund um das Thema Krätze erhalten siehier.

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