Küche von Kennern: Museum der Schwalm stellt Kochbuch vor 

Halten das neue Kochbuch der Schwalm bereit: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Jutta Schmidt (links) und Ingrid Rabich. Fotos: MUseum der Schwalm/Kerstin Diehl/nh

Das Museum der Schwalm stellt sein neues Kochbuch der Schwalm vor. Neben den Schwälmer Dauerbrennern wie „Platz“ und gefülltes Kraut („Gefellt Heed“) fanden auch neuere Rezepte ihren Weg in das handliche, fest gebundene Büchlein von Simone C. de Santiago Ramos.

Während der Weißstickerei-Ausstellung im vergangenen Jahr startete das Museum einen Aufruf und bat um traditionelle Familienrezepte, die dann gesammelt, nachgekocht und aufgenommen wurden. Eine andere Quelle seien alte Kochbücher gewesen, hier besonders zwei noch in Altdeutsch geschriebene, das der Ankatrin Schlick und ihrer Tochter Anna Blum aus Niedergrenzebach.

Bewusst sei auf die Schlachtrezepte verzichtet worden, da heutzutage kaum noch Hausschlachtungen stattfinden. Neu sind Rezepte in Englisch und den entsprechenden Maßangaben, sodass auch internationale Besucher die Schwälmer Küche genießen können. Ebenso gibt es einen Abschnitt mit Schwälmer Platt rund um die Küche. Daran hat besonders das Ehepaar Wilhelm und Maria Siebert aus Merzhausen mitgearbeitet. Maria Siebert, eine der letzten Trägerinnen der Schwälmer Tracht, ist vor Kurzem verstorben. „Was es nicht gab, wurde nicht gekocht“, ist im Vorwort zu lesen, „man war, wie man heute sagen würde, regional und jahreszeitlich angepasster Selbstversorger“. Es sind deftige Speisen aus einer Zeit, als körperlich hart gearbeitet wurde und geschätzte Gewürze wie Zimt, Nelken, Ingwer und Kardamom teuer bezahlt werden mussten. Das Essen enthielt nur wenige Zutaten. Und keineswegs ständig Fleisch. Das Werkchen ist mit Illustrationen aufgelockert und mit originellen historischen Fotos wie dem „Abwasch nach dem Hochzeitsmahl“ in Nausis 1938 und Anzeigen von Wirtshäusern und Lebensmittelhändlern aus der Ziegenhainer Zeitung bebildert. Das grüne Schwälmer Kochbuch, das die Landfrauen in den 1980er Jahren im Verlag Dirk Ordemann herausgebracht hatten, ist schon lange vergriffen. Immer wieder, so De Santiago Ramos, wurde im Museum der Schwalm danach gefragt. Heute werden Liebhaberpreise dafür aufgerufen, bei Ebay versucht jemand ein neuwertiges Exemplar für 210 Euro zu verkaufen.

Das neue Kochbuch der Schwalm kann man im Museum der Schwalm oder unter museumderschwalm.de für 9,80 Euro erwerben, es hat 70 Seiten. Den volkstümlichen Preis ermöglicht eine Unterstützung der C.H. Schmitt-Stiftung. " REZEPTE

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