Hündin Nanni hatte schweren Start ins Leben

Vom Labor in die Freiheit: Verein vermittelt Beagle

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In Sicherheit: Diese beiden Junghunde warten auf ein neues Zuhause.

Neustadt-Momberg. Wenn man Hündin Nanni so durch den Garten flitzen sieht, merkt man ihr nicht an, dass sie einen schweren Start ins Leben hatte: Sie war ein Laborbeagle.

Fliegende Ohren, eine wedelnde Rute und funkelnde Augen: Hündin Nanni rennt über die Wiese, als hätte sie nie etwas anderes getan. Dabei war der junge Beagle noch vor Kurzem in einem Labor - als Versuchshund. Zusammen mit ihren fünf Geschwistern ist Nanni nun in der Obhut der Organisation Laborbeagle-Verein.

Der Verein arbeitet mit Laboren in ganz Deutschland zusammen und übernimmt von ihnen Beagle, die nicht mehr für Versuche gebraucht werden. Nanni hatte Glück: Sie kam im Alter von neun Monaten schon recht früh aus dem Labor.

Jetzt muss sie noch viel lernen. „Laborbeagle haben außer dem Institut noch nichts kennengelernt. Wenn sie zu uns kommen, sehen sie zum ersten Mal Gras oder treffen andere Tiere“, sagt Ursel Schlitt, durch deren Garten Nanni gerade tollt. Und Ina Kuffner-Koch ergänzt: „Wir wissen nicht, was da aus dem Labor kommt. Für uns sind das alles Überraschungseier.“ Beide Frauen sind im Vorstand des Vereins tätig und selbst stolze Besitzerinnen von mehreren „Laboris“.

Badespaß: Für die Hunde wurde extra ein kleines Planschbecken im Garten von Ursel Schlitt (hinten) aufgestellt. Hündin Nanni (vorne rechts) lebt nun bei ihren Pflegeeltern Ina Kuffner-Koch und Ralf Koch.

Stubenreinheit, Leinenführigkeit und viele andere Sachen müssen dieHunde aus dem Labor erst noch lernen. Eine gute Hundeschule ist da für die neuen Besitzer eine große Hilfe.

Mit einem Vorurteil möchte der Verein, der sich vor einem Jahr gründete, aufräumen: „Beagle aus dem Labor sind nicht krank oder anfälliger für Krankheiten. Im Gegenteil: Im Gegensatz zu Zuchthunden zählt bei Laborbeaglen die Gesundheit mehr als die Optik. Außerdem werden nur gesunde Hunde aus den Laboren entlassen“, sagt Schlitt. In diesem Jahr hat der Verein schon 30 Hunde vermittelt. Auch nach der Vermittlung stehen die Vereinsmitglieder den neuen Familien mit Rat und Tat zur Seite.

„Wir machen regelmäßige Beagle-Treffen und tauschen uns mit anderen Haltern aus. Wenn es Fragen oder Probleme gibt, sind wir jederzeit für die neuen Halter da“, sagt Kuffner-Koch. Die neuen Besitzer werden vor der Vermittlung genau unter die Lupe genommen. In ersten Gesprächen klärt der Verein, ob die Interessenten für einen Hund geeignet sind.

„Vor der Vermittlung gucken wir uns das neue Zuhause an und schauen auch nach dem Einzug des Beagle nochmal, ob alles okay ist“, sagt Schlitt. Schließlich sollen die Hunde nach ihrer Zeit im Labor ein sorgenfreies Leben genießen. Wenn alles passt, darf der Beagle nach Zahlung einer Schutzgebühr umziehen.

Die Pflegestellen führen Tagebuch über ihre Schützlinge, damit sich Interessenten informieren können. Aktuell sucht der Verein dringend neue Pflegestellen, die einen Hund aufnehmen.

Ein Leben ohne Beagle kann sich beim Verein niemand vorstellen. „Wir sind dem Beagle total verfallen“, sagt Kuffner-Koch.

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Vereins: www.laborbeagleverein.com

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