Der Lack ist ab am Treysaer Gotteshaus

Eingerüstet: Zuletzt wurde die Stadtkirche in Treysa 1975 renoviert, jetzt sollen vor allem größere Schäden wie Risse an der Außenfassade behoben werden, auch bekommt sie einen neuen Anstrich. Fotos: 2 Sandra Rose, 2 Dieter Schindelmann

Eingerüstet zeigt sich die Stadtkirche in Treysa in diesen Tagen, vom Sockel bis zur Spitze wird am Fuße und hoch oben gearbeitet, das Gotteshaus wird renoviert. Koordiniert wird das Ganze von Pfarrer Dieter Schindelmann, dem „Baupfarrer“. „Mein Dienst als Pfarrer in Treysa begann mit einem Bau und wird wohl auch mit einem enden“, sagt der 63-Jährige, der Ende 2022 in den Ruhestand geht.

Der erste Bauabschnitt, die Außenrenovierung der Stadtkirche, ist nach 45 Jahren dringend nötig. Größere Risse in der Fassade müssen wieder geschlossen werden, Zierrat, sogenannte Bekrönungen der Säulen, sind stark beschädigt und in Teilen bereits herunter gefallen. Mitte der 1970er-Jahre war der Zierrat bereits ausgetauscht worden, allerdings nahm man damals keinen Stein, sondern ein Ersatzmaterial aus Steinmehl und Kleber. „Das hält eben auch nicht ewig“, sagt Schindelmann.

In dem Zuge soll die Kirche auch einen neuen Anstrich bekommen, entschieden werden muss noch über „Nuancen“ in der Farbgestaltung, die grundlegend so bleibt. „Wir werden die Kirche nicht rosa streichen“, erklärt Schindelmann mit einem Augenzwinkern, wohlwissend, das die Stadtkirche innen einst genauso aussah. Farbuntersuchungen deuten auf einen altrosafarbenen Ton hin, auch ein kräftiges Orangegelb.

Ganz so expressiv soll es aber bei der Innenrenovierung nicht zugehen. Schindelmann verweist vor allem auf statische Probleme, daraufhin deuten Risse im Gewölbe über der Orgel. „Da bröckelt es schon ordentlich, das macht mir Sorgen“, sagt er. Wenn auch hier die Schäden behoben sind, erfolgt ebenfalls ein neuer Anstrich, der sich an einem historischen Befund orientiert, im Wesentlichen aber dem aktuellen Erscheinungsbild entspricht. Jeder der beiden Bauabschnitte wird 140 000 Euro kosten, allein das Außengerüst schlägt mit 42 000 Euro zu Buche. Die Kosten werden gedrittelt: Zu gleichen Teilen kommen das Landeskirchenamt, der Kreis und die Kirchengemeinde Franz von Roques für die Sanierung auf.

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