Häufig Beschwerden

Lärm bei Kirmessen: In Ascherode wurde Kompromiss gefunden

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Kompromissbereit: von links Tristan George (Vorsitzender), Sarah Bräuning, Ann-Christine Birkholz und René Zulauf (stellvertretender Vorsitzender) von der Burschenschaft Ascherode.

Schwalmstadt. Nachdem sich mehrere Anwohner schon im Voraus über den anstehenden Kirmes-Lärm beschwert hatten, hat man sich in Ascherode zusammengesetzt.

Schon Wilhelm Busch schrieb: „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.“ Das ist auch heute noch so. Und zwar in Ascherode. Wo die nächste Kirmes am Wochenende vor der Tür steht. Mehrere Anwohner hatten sich mit einem Brief an Bürgermeister Pinhard gewendet, um auf den anstehenden Lärm bei der kommenden Kirmes aufmerksam zu machen.

„Das Problem haben viele Burschenschaften und Kirmessen im Landkreis“, sagt Tristan George, Vorsitzender der Burschenschaft aus Ascherode. Es komme vermehrt vor, dass sich Anwohner über den Lärm beschweren. In Niedergrenzebach und Rommershausen hätte es deswegen schon häufiger Probleme gegeben. George will hier keine Anwohner bloßstellen oder jemanden angreifen. Ihm geht es darum, auf das Problem mit dem Lärm aufmerksam zu machen.

Nur einmal im Jahr

Für George ist die Kirmes ein Fest, das in den meisten Dörfern nur einmal im Jahr stattfindet. Ein Großteil der Dorfbewohner stünde zudem hinter den lokalen Festen.

Doris Heinmüller, Ordnungsamtleiterin in Schwalmstadt, kennt das Problem. „Wir haben bei diversen Veranstaltungen Beschwerden“, sagt Heinmüller. Allerdings könne man die meisten im Vorfeld ausräumen. Auch George hatte sich mit Vertreten der Stadt und den Anwohnern getroffen. „Wir haben einen Kompromiss gefunden und die Bedenken ausgeräumt“, sagt George. So würde der Aufbau des Zeltes unter der Woche leise vonstattengehen, dafür kann am Wochenende uneingeschränkt gefeiert werden.

„Vonseiten des Ordnungsamtes weisen wir die Veranstalter immer auf die bestehenden Lärmschutzbestimmungen hin“, sagt Heinmüller. „Wir verteilen keine Freibriefe.“ Es sei auch eine Frage der Toleranz gegenüber den Mitbürgern, auf die bestehende Lärmschutzverordnung zu achten. Die Sperrfristen seien dort klar geregelt. „Außerdem muss man auch immer den Einzelfall betrachten“, sagt Heinmüller.

Hintergrund: Gesetz regelt Lärmgrenzen

Über Lärmgrenzen geben die Immissionsschutzgesetze des Bundes und der Länder Auskunft. Grundsätzlich gilt: Je traditioneller und seltener eine Veranstaltung, desto eher darf der Geräuschpegel höher sein als normal. Und Anwohner können sich nur dann gegen Geräuschbelästigung wehren, wenn diese erheblich sind. Dabei sind insbesondere die Dauer und die Häufigkeit des vermeintlichen Krachs im Einzelfall entscheidend. Während bei einem einmaligen Ereignis die Richtwerte großzügiger ausgelegt werden, muss der Veranstalter bei einer wiederkehrenden Veranstaltung umso mehr auf die Einhaltung der Grenzwerte achten.

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