Lebendige Geschichte

Schülerinnen aus Alsfeld exerzieren in Ziegenhain

Stillgestanden: Die Schülerinnen der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule bei der Exerzierübung auf dem Paradeplatz in Ziegenhain.
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Stillgestanden: Die Schülerinnen der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule bei der Exerzierübung auf dem Paradeplatz in Ziegenhain.

„Abteilung halt! Rechts um!“ Der scharfe Ton ist ungewöhnlich für die Mädchen der zehnten Klasse der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule. Geschichtslehrer Aribert Ley gibt dieses Mal auf andere Art das Kommando: Bei der Exerzierübung auf dem Paradeplatz in Ziegenhain.

Ziegenhain - In Nachbildungen historischen Uniformen aus der Zeit des Landgrafen von Hessen-Kassel, Friedrich II (1720 bis 1785), marschierten die Schülerinnen am Freitagnachmittag auf und ab. Das Ganze fand im Rahmen eines Projekts in Kooperation mit dem Arbeitskreis Festung Ziegenhain statt.

„Die Schüler sollen Geschichte wirklich erleben, dann wird es viel spannender für sie. Wir wollen uns gemeinsam im Rahmen des Wahlpflichtkurses auch mit der Festungsgeschichte Ziegenhain kritisch und auch kreativ auseinandersetzen“, erzählte Aribert Ley, Leiter des Projektes und zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises Festung.

Und seine Schülerinnen stimmten ihm zu, Milena Griesche war begeistert: „Wir behandeln in diesem Kurs vor allem die Geschichte Hessens, im normalen Unterricht ist das nicht so Thema. Das Projekt heute ist wirklich einer der Höhepunkte. Wenn man etwas quasi selbst erlebt, kann ich mir es viel besser merken.“

Sind vom regionalen Geschichtsprojekt begeistert: Von links Hannah Sölle und Milena Griesche.

Filmkostüme aus dem Jahr 1976

Aribert Ley erklärte den Mädchen am Freitagnachmittag geduldig die einzelnen Stücke der außergewöhnlichen Kostüme: „Das sind Gamaschen. Die kommen über die Schuhe, aber erst müsst ihr Hemd, Hosen und Hosenträger anziehen.“

Für die Exerzierübung hatten sich die Mädchen des Geschichtskurses extra in die historischen Kostüme geschmissen. Seit 2016 sind sie im Besitz des Arbeitskreises Festung. Sie stammen aus dem dreiteiligen Fernsehspiel „Der Winter, der ein Sommer war“, das 1976 in Ziegenhain anlässlich des 200 jährigen Jubiläums der USA gedreht wurde. Sie stellen die Uniformen hessischer Soldaten dar, die im Unabhängigkeitskrieg für Großbritannien gegen die Amerikaner gekämpft hatten.

Das Anziehen der Kleidung dauerte dann viel länger als geplant, denn trotz durchweg schlanker Figuren der Mädchen waren einige Kleidungsstücke einfach zu klein.

Augenscheinlich waren die Schauspieler der 1970-er Jahre, die diese Kostüme während des Filmdrehs trugen, von sehr magerer Statur. Die Schülerinnen hatten trotzdem Spaß. Auch Hannah Sölle war angetan von der außergewöhnlichen Kleidung: „Sowas hatten wir vorher ja noch nie an. Es sieht wirklich cool aus und so kann man sich die regionale Geschichte viel besser vorstellen.“

Auch interessierte Ziegenhainer hatten die Möglichkeit, die Exerzierübung auf dem Paradeplatz anzuschauen. Während des Projekts wurden wegen des Coronavirus die AHA-Regeln von allen Beteiligten selbstverständlich eingehalten.

Von Anna Weyh

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