LKW-Fahrerin in Coronazeiten 

Nachschub für den Supermarkt: LKW-Fahrerin berichtet über Veränderungen in ihrem Job

In ihrem Fahrerhaus fühlt sie sich trotz Corona sicher: Michelle Strempel fährt mit ihrem 40-Tonner für das Schwälmer Logistikunternehmen Heidelmann.
+
In ihrem Fahrerhaus fühlt sie sich trotz Corona sicher: Michelle Strempel fährt mit ihrem 40-Tonner für das Schwälmer Logistikunternehmen Heidelmann.

Sie sind die stillen Helden der Coronapandemie. Während viele Firmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, arbeiten Lkw-Fahrer und Lageristen weiter, um die Versorgung aufrecht zu erhalten.

Durch tägliche Warentransporte kümmern sie sich darum, dass Regale in Supermärkten nicht leer bleiben. So auch Michelle Strempel.

Veränderungen sind als Berufskraftfahrer zwar keine Seltenheit, die aktuelle Situation durch den Ausbruch des Coronavirus lässt allerdings auch sie an ihre Grenzen stoßen. Mundschutz, Desinfektionsmittel und Handschuhe sind seit einigen Wochen ihre täglichen Begleiter, werden von der Firma gestellt. „Natürlich halten wir Mindestabstand, versuchen, mit so wenig Menschen wie möglich in Kontakt zu kommen und werden täglich durch unseren Arbeitgeber über Maßnahmen das Virus einzudämmen informiert“, so Strempel. 

Kontakt bleibt nicht aus

Schwierig gestalte sich dies allerdings bei der Annahme der Transportpapiere, da der Empfänger der Lieferung nicht durch einen Computer ersetzt werden könne. Auch der unmittelbare Kontakt mit Kollegen aus aller Welt sei unvermeidbar, da er auf Rastplätzen und bei den Ladungsempfängern selbst nicht ausbleibe. „Unsere Kunden mussten natürlich auch Hygienevorkehrungen, wie zum Beispiel einen Spuckschutz aus Plexiglas, treffen“, erklärt die 23-Jährige.

Klosuche gestaltet sich als schwierig 

Ein weiteres Problem sei die Situation der sanitären Anlagen. Wenn sie mit ihrem 40-Tonner zu einer Abladestelle kommt, suche sie oft vergeblich eine saubere Toilette. „Manchmal steht nur ein Mobil-Klo da, wir dürfen die Firmentoiletten nicht mehr nutzen.“

Starker Zusammenhalt 

Die Stimmung sei angespannt, der Berufsalltag deutlich erschwert, trotzdem fühle sie sich nicht allein gelassen. „Wir sind täglich mit der Angst konfrontiert uns durch den Kontakt zu anderen Lastkraftfahrern oder Kunden anzustecken, aber ich spüre einen starken Zusammenhalt zwischen Arbeitgeber und Team, was mir Kraft gibt.“ Was sie zusätzlich motiviert, ihren Beruf trotzdem weiter auszuüben weiß sie ganz genau: „Es gibt mir ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir durch unsere Arbeit die Lebensmittelversorgung weiter aufrecht erhalten können.“

Leere Straßen erleichtern die Fahrten 

Zunehmend aufgefallen sei Strempel, dass die Straßen immer leerer würden, was ihr die Fahrt deutlich erleichtere. „Ich hoffe, dass die Bevölkerung unsere tägliche Arbeit nach der Krise mehr wertschätzt und uns nicht direkt wieder vergisst.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.