KWS-Wohnungen sind verkauft

Schwalmstadt: Mieter klagen über mangelnde Informationen

Nicht mehr im Eigentum der Stadt Schwalmstadt: Die 28 Wohnungen in der Waldemar-Friauf-Straße in Treysa sind verkauft. Die Mieter sorgen sich, wie es jetzt für sie weitergeht.
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Nicht mehr im Eigentum der Stadt Schwalmstadt: Die 28 Wohnungen in der Waldemar-Friauf-Straße in Treysa sind verkauft. Die Mieter sorgen sich, wie es jetzt für sie weitergeht.

Schwalmstadt hat 28 Wohnungen in der Waldemar-Friauf-Straße in Treysa sind verkauft. Die Mieter sorgen sich, wie es jetzt für sie weitergeht.

Schwalmstadt. Die Diskussion um 28 KWS-Wohnungen in der Waldemar-Friauf-Straße in Treysa sind verebbt. Für 1,2 Millionen haben die Wohnungen einen neuen Eigentümer gefunden. Doch wie geht es den Bewohnern der Wohnblocks?

„Die Stimmung der Mieter ist betrübt, wir fühlen uns übergangen“, sagt ein Mieter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er fürchtet, es könnten ihm Nachteile entstehen. Nennen wir ihn deshalb Manfred K.. Jahrlang sei in den Wohnungen nichts gemacht worden. Wände, Decken, Böden und Bäder sähen alles andere als schön aus, berichtet Manfred K. Die Mieter der KWS hätten trotz dieser Umstände ihren Mietzins Monat für Monat überwiesen. Sie hätten sich mit den Gegebenheiten in den Wohnblocks arrangiert, einige renovierten auf eigenen Kosten, um es in den vier Wänden etwas schöner zu haben. Im Gegenzug erhöhte die KWS auch nicht die Miete. Warum auch, fragt sich Manfred K., es wurde in den Häusern ja auch nichts gemacht.

Einige Wohnungen stehen leer

Manche der Wohnungen seien in einem derart schlechten Zustand, dass sie nicht mehr vermietet werden. Seiner Beobachtung nach stehen vier der 28 Wohnungen leer. Beschwerden über die Zustände seien in all den Jahren ins Leere gelaufen. Gleichgültig ob es sich um eine ausgefallene Heizung handelte, oder um andere der zahlreichen reparturbedürftigen Dinge. Probleme seien weggeschoben worden, sagt er.

Er habe den Eindruck, dass der Verwaltung alles zu viel gewesen sei, was sich um die Wohnungen drehte. Beispielsweise musste er sich erst beim Bürgermeister beschweren, bis die Eingangstür seiner Wohnung repariert wurde, weil sie nicht mehr richtig schloss. „Man hat sich um nichts gekümmert“, so sein Fazit.

Das habe sich auch beim Verkauf der Häuser fortgesetzt. „Wir haben keine Informationen von der Stadt oder der KWS bekommen. Alles haben wir aus der Zeitung erfahren“, sagt Manfred K. Das sei besonders beklagenswert, denn die fehlenden Informationen schüren Angst und Bedenken und bringe Bewohner an den Rand der Verzweiflung.

Finanzielle Spielräum einiger Mieter sind begrenzt

Eine Mieterversammlung habe man sich gewünscht, um etwas über die Verkaufspläne und mögliche Änderungen bei der Miete zu erfahren. Es geschah allerdings nichts. Niemand habe sich auch hier um die Sorgen und Nöte der Mieter gekümmert. Die seien durchaus berechtigt. Denn bei einer Mieterhöhung werde es für manche Bewohner finanziell mehr als knapp. Bei ihm sei es nicht anders. Zwar sei die Miete von knapp 350 Euro nicht allzu hoch.

Dazu kämen noch Wasser und Strom sowie die Jahresabrechnung. Einen Mietaufschlag von 50 bis 100 Euro würde ihn in arge finanzielle Nöte bringen. Der Spielraum sei eben sehr begrenzt.

Während die Mieter Informationen über den Verkauf der Wohnungen nur aus der HNA erfuhren, seien - „es war wohl zu Beginn der Verkaufsplanung“- irgendwann Leute gekommen, um das Haus zu besichtigen. Einem habe er den Keller gezeigt. Nicht nur der feuchte Zustand des Kellers riefen Erstaunen und Kopfschütteln hervor, erinnert sich Manfred K.

Jetzt habe er in der HNA gelesen, dass die Häuser verkauft seien. Um die Ungewissheit zu beenden wünschten sich die Hausbewohner ein Treffen mit dem neuen Eigentümer. Dort hoffen sie zu erfahren, wie es weiter geht. Ob sie künftig die Mieten zahlen und die Wohnung sich leisten könnten, und was der neue Eigentümer plant. Das würde schon ein Stück Sicherheit für ihre Zukunft geben. Deshalb hoffe er, dass man die Mieter nicht erneut im Regen stehen lässt. (Rainer Schmitt)

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