1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt
  4. Schwalmstadt

Schwalmstadt: Mann aus der rechten Szene vor Gericht

Erstellt:

Kommentare

Justitia Symbolbild
Ein 20-jähriger Mann aus der rechten Szene muss sich aktuell vor dem Amtsgericht Schwalmstadt wegen Bedrohung, Beleidigung und Körperverletzung verantworten. © Peter Steffen/dpa

20-Jährigem wird Beleidigung und Körperverletzung vorgeworfen. Weil Zeugen nicht erscheinen, muss das Amtsgericht Schwalmstadt den Prozess aber vertagen

Schwalmstadt – Einem 20-Jährigen aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis wird vor dem Amtsgericht Schwalmstadt vorgeworfen, in zwei Fällen andere bedroht und beleidigt und in einem weiteren jemanden geschlagen zu haben. Der 20-Jährige ist in der rechten Szene bekannt und kommt seit vier Jahren regelmäßig mit dem Gesetz in Konflikt. Der Prozess wurde vertagt, da nicht alle Zeugen im Gerichtssaal erschienen.

Ihm wurde in der Vergangenheit unter anderem der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung mit ausländerfeindlichem Hintergrund und dem Tragen verfassungsfeindlicher Symbole gemacht. Auch die Namen von lokal bekannten Neonazis fielen bei der Auflistung seiner früheren Taten.

Aktuell sitzt er eine Haftstrafe in einer hessischen Anstalt ab und wurde in Handschellen von zwei Beamten ins Gericht gebracht. Der Verteidiger erklärte zu Beginn der Verhandlung, dass sein Mandant sich nicht zu den Vorwürfen äußern werde.

Staatsanwaltschaft wirft Angeklagten mehrere Delikte vor

Im ersten Fall wirft die Staatsanwaltschaft dem 20-Jährigen vor, dass er im Juni 2021 am Bahnhof in Gießen einen anderen Mann beleidigt haben soll. Das Opfer der Beleidigung, ein 26-Jähriger aus Marburg, bestätigte die Vorwürfe des Staatsanwalts.

Er wollte damals nur mit dem Zug nach Hause fahren und sei den Bahnsteig entlanggegangen. Der Angeklagte habe ihn ohne Anlass als Schwuchtel beleidigt und in seine Richtung gespuckt. Nachdem der 26-Jährige den Vorfall der Bahnhofssecurity und der Polizei geschildert hatte, habe der Angeklagte ihm am nächsten Tag wieder aufgelauert und ihn nochmal beleidigt. „Solche Vorfälle passieren öfter“, schilderte der Marburger, „ich hatte Angst, dass noch mehr passieren könnte. Dabei versuche ich schon, möglichst unauffällig zu sein.“

Der nächste Vorfall, über den verhandelt wurde, fand ebenfalls im Juni 2021 statt. Bei der Rückreise von einem Fußballspiel soll der 20-Jährige eine Familie in einem Regionalzug zwischen Gießen und Grünberg beleidigt und bedroht haben. Der Familienvater sagte aus, dass er mit seiner Verlobten und den noch nicht schulpflichtigen Kindern in Gießen in die Regionalbahn eingestiegen sei.

Dabei sei es zu Unstimmigkeiten mit dem Angeklagten gekommen. Es habe sich ein Streit entwickelt. „Für mich ist das vergeben und vergessen, solange man sich aus dem Weg geht, ist alles in Ordnung“, erklärte der 27-Jährige.

Seine 25-Jährige Verlobte bestätigte diese Darstellung. Der 20-Jährige habe sie beleidigt, daraufhin sei zwischen den beiden Männern ein lautstarkes Wortgefecht ausgebrochen. „Sie haben sich gegenseitig hochgeschaukelt.“ Auch der dazu gerufene Polizist konnte vor Gericht nicht eindeutig sagen, wer der Aggressor in dem Streit war. Nach gegenseitigen Entschuldigungen wollten es die Beleidigungsopfer dabei belassen und wollten ihren Strafantrag fallen lassen.

Im November 2021 soll der Angeklagte einen Mann in Treysa geschlagen, getreten und auf die Straße vor fahrende Autos geschubst haben. Das ebenfalls 20-jährige Opfer gab an, Musik hörend zu Fuß unterwegs gewesen zu sein. Ohne Ankündigung habe er Tritte in den Rücken bekommen und sei auf die Straße geschubst worden. Nachdem er die Straßenseite gewechselt habe, sei ihm der Täter nachgelaufen und habe ihn mehrfach ins Gesicht geschlagen. Daraufhin habe er für mehrere Tage nichts hören können und Rückenschmerzen gehabt. Den Angeklagten konnte er aber nicht zweifelsfrei als Täter identifizieren. (Philipp Knoch)

Auch interessant

Kommentare