Ein Mannschaftsspieler ging viel zu früh - Nachruf zum Tod von Timo Clobes

Timo Clobes

Schwalmstadt. Er war keiner, der gern zum Arzt ging. Eher eine Sportler- und Kämpfernatur, die kleine Wehwehchen gern in den Wind schrieb. Selbstmitleid war ihm fremd.

Plötzlich und unerwartet und für alle, die ihm nahe standen noch unfassbar, hat sein Herz aufgehört zu schlagen. Freitagnacht ist Timo Clobes in seinem Haus in Leimsfeld verstorben, wenige Wochen nach seinem 50. Geburtstag.

Kollegen, Schüler und Eltern trauern um den Schulleiter, der seit 2009 zuerst kommissarisch, ab 2014 auch offiziell die Geschicke der Schule im Ostergrund (SiO) in Treysa geleitet hat. Als Schulleiter war Clobes nicht nur bei den Schülern überaus beliebt, seine Arbeit unter den Kollegen anerkannt.

Als stets freundlich und sehr kollegial beschreiben ihn die, die täglich mit ihm arbeiteten. Timo Clobes habe immer ein offenes Ohr für die Belange der Schüler und Lehrer gehabt und sei offen für neue Ideen gewesen. Als Lehrer für Sport und Gesellschaftskunde war Clobes nach seinem Studium in Kassel zuerst an der Theodor-Heuss-Schule Homberg sowie der Carl-Bantzer-Schule Ziegenhain tätig, bevor er ein Amt an der SiO antrat.

Ein Mannschaftsspieler durch und durch, der auch das Kollegium an der SiO als Team angesehen und geprägt habe. Dieser Teamgeist äußerte sich auch darin, dass Clobes stets bestrebt war, mit andern Schulen zu kooperieren sowie mit Eltern, Vereinen und Fachkräften von außen zusammen zu arbeiten, um auch pragmatisches, lebensnahes Lernen zu ermöglichen. „Davon haben wir als Schule aber auch die Vereine profitiert“, so stellvertretender Schulleiter Jochen Helwig und Vorsitzender des Sportvereins ESV Jahn 1871 Treysa, dem Clobes seit über 25 Jahren dem Verwaltungsrat (Vorstand) angehörte. Die Schüler nicht nur in der Schule, sondern auch in der Freizeit zu begleiten, sei für ihn eine Herzensangelegenheit gewesen.

Darüber hinaus hat sich Clobes seit vielen Jahren in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) engagiert, seit 2004 im Vorstand des Kreisverbandes Ziegenhain sowie als Vertreter der GEW im Gesamtpersonalverband am Staatlichen Schulamt für die Kreise Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg.

Auch im Vereinsleben hat er sich stark für die Jugend eingesetzt, die Förderung und Integration junger Menschen im Vereinssport war ihm, in früheren Jahren selbst aktiver Fußballer und Trainer, stets ein Anliegen. Zielstrebig sei er mit seinen Vorstandskollegen daran beteiligt gewesen, so Helwig, auf Fußballebene die Fusion des ESV Jahn Treysa und des Tuspo zum 1. FC Schwalmstadt voranzutreiben. Auch habe er im Vorstand des ESV maßgeblich darauf hin gearbeitet, dass der Traum vom Kunstrasenplatz in Schwalmstadt verwirklicht wurde.

Clobes, gebürtig aus Falkenberg, hinterlässt zwei Söhne, 15 und 12 Jahre. Mit ihnen und seiner im Sommer 2013 nach langer, schwerer Krankheit gestorbenen Frau Ulrike liebte er es, auf dem Motorrad der Frühlingssonne entgegen zu fahren, heißt es aus seinem Freundeskreis. Das kleine Fußballstadion, das er für seine Söhne hinter seinem liebevoll restaurierten Haus gebaut hat, wollten sie demnächst gemeinsam einweihen - nun ist der Mannschaftskapitän viel zu früh vom Platz gegangen.

Eine öffentliche Trauerfeier für Timo Clobes ist am Samstag, 23. April, um 14 Uhr der Festhalle in Treysa. Zuvor wird die Urne im engsten Familienkreis beigesetzt. Die Schule im Ostergrund verabschiedet sich an diesem Freitag in einer internen Trauerfeier von ihrem Schulleiter.

Von Kerstin Diehl

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