Sie lebt seit 43 Jahren in Deutschland

Maria Pelicano aus Ziegenhain hofft auf Portugal als Europameister

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Diese Flagge weht in Ziegenhain aus ihrem Fenster: Alltagsbegleiterin Maria Pelicano fiebert am Sonntag mit ihrem Heimatland Portugal und bedauert das Ausscheiden Deutschlands zu tiefst.

Ziegenhain. Wie wohl die meisten Schwälmer ist Maria Pelicano am Freitag traurig an dieArbeit gegangen. Arm in Arm lag die 48-Jährige mit ihren Kolleginnen im Seniorenzentrum Schwalmwiesen nach dem Aus Deutschlands im Halbfinale der Fußball-EM.

Doch die Ziegenhainerin hat ein Ass im Ärmel: Als gebürtige Portugiesin kann sie mit ihrem Heimatland im Endspiel am Sonntag mitfiebern.

„In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Ich hatte auf ein Endspiel meiner beiden Länder gehofft“, erklärt Pelicano. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Norbert Trabner fieberte sie am Donnerstag mit Deutschland mit und hatte sich zuvor bereits ausgemalt, „wie wir am Sonntag Zweiter werden, weil Deutschland in wichtigen Spielen immer gegen uns gewinnt“.

Als Fan hat sie sich somit klar positioniert - und weiß um ein Paradoxon in ihrer ersten Heimat. 2004 wurde Portugal nämlich um Weltstars wie Luís Figo, Pauleta, Deco, Rui Costa und ihr Liebling Nuno Gomes „nur“ Vize-Europameister. Somit blieb die Goldene Generation unvollendet.

„Damals haben sie schön gespielt und wurden kritisiert, weil sie keinen großen Titel geholt haben. Jetzt macht das Team die wichtigen Tore und wird wieder in Frage gestellt“, sagt die Ziegenhainern zu den Nörglern in dem Staat im Westen der Iberischen Halbinsel, die erst nach und nach verstummen.

Lob für Cristiano Ronaldo 

Selbst hält sich die Alltagsbegleiterin vor allem in sozialen Netzwerken zurück. Auch die übertriebenen Gesten von Superstar Cristiano Ronaldo relativiert sie durch dessen Gesamtpaket: „Cristiano unterstützt viele soziale Projekte und seine Familie. Er hat zum Beispiel seiner Schwester bei der Karriere als Sängerin sehr geholfen“.

Als Ronaldo im Halbfinale gegen Wales zum 1:0 getroffen hat, sei sie „wie ein Frettchen“ durch die Wohnung gerannt und habe Tochter Raquel per WhatsApp immer auf dem Laufenden gehalten. Denn die 26-Jährige musste sich zeitgleich in Bremen um ihr Baby kümmern. In der Freien Hansestadt, aus der Maria Pelicano 2010 in die Schwalm gezogen ist, leben übrigens zudem ihre beiden Brüder und ihre Schwester.

Eltern wieder in Portugal 

Nur die Eltern sind bereits vor 13 Jahren zurück in die Heimatstadt Figuiera da Foz gezogen. „Da ist jetzt natürlich voll die Stimmung. Die Menschen dort können das Finale gegen Frankreich kaum erwarten“, sagt die 48-Jährige, die über Weihnachten wieder an den Atlantik reisen wird. Dann vielleicht in das Land das Europameisters.

Ihr Tipp? 2:1 für Portugal. So oder so wird Maria Pelicano, die gerne liest und strickt, aber wohl am Montag an der Arbeit von Kolleginnen im Seniorenzentrum Schwalmwiesen in Ziegenhain noch herzlicher als sonst begrüßt werden.

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