Naturparadies am Ortsrand

Mengsberg: Umweltschutzprojekt "Wachholderheide" eingeweiht

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Einweihung des Projekts Wachholderheide: Von links Karl-Heinz Waschkowitz (stellvertretender Ortsvorsteher von Mengsberg), Hans Jürgen Bindbeutel, Karlheinz Kurz (Ortsvorsteher), Petra Schöck (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Dr. Christian Hey (Umweltministerium), Bürgermeister Thomas Groll, Sarah Bindbeutel, Dr. Ursula Mothes-Wagner (Projektbetreuerin).

Mengsberg. Das Umweltschutzprojekt "Wachholderheide" in Mengsberg wurde am Samstag eingeweiht. In dem Naturschutzgebiet weidet zur Pflege „Rotes Höhenvieh“, eine alte Nutztierrasse.

Dank sogenannter „Naturschutzfachlicher Ersatzzahlungen für Windenergieanlagen“ wurde in Mengsberg ein wegweisendes Umweltschutzprojekt verwirklicht.  Am Samstagnachmittag wurde die „Wachholderheide“ im Zuge der Neustädter Umweltwoche eingeweiht.

Das Naturparadies am Ortsrand wurde vom Regierungspräsidium Gießen mit 20.000 Euro finanziert. Die vom Bauhof der Stadt Neustadt erbrachten Arbeitsleistungen summieren sich laut Bürgermeister Thomas Groll auf 6000 Euro. Unter anderem wurde um das 6,5 Hektar große Areal ein 1,3 Kilometer langer Zaun gezogen.

Investition in die Umwelt

Groll bedankte sich bei allen Beteiligten für das Engagement und freute sich über das Interesse der Mengsberger an der „Wachholdeheide“. Neustadt sei eine Stadt, die sich im Aufbruch befinde, so der Verwaltungschef: „Wenn die Kasse etwas voller ist, dann kann man auch solche Projekte angehen.“ Man habe sich ganz bewusst dazu entschieden, auch in den Bereich Umweltschutz zu investieren, so der Bürgermeister weiter: „Hier in Mengsberg passt alles.“

Die „Wacholderheide“ sei ein Diamant und stehe eng in Zusammenhang mit dem 2013 gewonnenen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, betonte Ortsvorsteher Karlheinz Kurz und erzählte aus der Historie des Flurstücks „Roter Berg“: „Das war eine wunderbar anzuschauende Ecke.“

Rotes Höhenvieh

In Mengsberg seien die großen Linien zu erkennen, lobte Dr. Christian Hey vom Hessischen Umweltministerium und stellte das Umweltprojekt in Zusammenhang mit Energiewende, Klimapolitik und Heimatgeschichte. „Auf diesem kleinen Fleckchen wird große Geschichte geschrieben“, so der Abteilungsleiter für Klimaschutz, Nachhaltige Stadtentwicklung und Biologische Vielfalt.

Dr. Ursula Mothes-Wagner von der „Agentur Naturentwicklung Marburg-Biedenkopf“ gab einen Überblick über die Arbeiten in der „Wachholderheide“. Im vergangenen Winter habe man Kiefern gefällt, einen Verbindungskorridor zwischen nördlicher und südlicher Hälfte geschaffen und ausgedehnte Brombeerbestände gemulcht, erklärte die Expertin: „Wir haben hier die Möglichkeit verschiedene Maßnahmen auszuprobieren.“

Seit einigen Wochen sorgt eine Herde „Rotes Höhenvieh“ – eine alte regionale Nutztierrasse – für die Pflege des kleinen Naturschutzgebiets am Ortsrand von Mengsberg. Die Rinder der Familie Bindbeutel fressen das Gras und ermöglichen so eine regelmäßige Verjüngung und eventuell sogar Ausbreitung der namensgebenden Heide und des Wachholders. Zukünftig werden auch Schafe zur Beweidung eingesetzt.

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