Neue Häuser, neue Autos – Fusionen nur auf freiwilliger Basis

Millionen sollen in die Modernisierung der Feuerwehren investiert werden

Die Feuerwehr löscht ein brennendes Auto.
+
Kleidungswechsel: Bereits in den kommenden Jahren sollen Schwalmstadts Feuerwehren eine moderne und einheitliche Schutzbekleidung bekommen. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan sieht dafür 250 000 Euro vor.

Wenn alles nach Plan geht, dann wird die Feuerwehr Schwalmstadt in zehn Jahren eine andere sein. Moderner und auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet.

Schwalmstadt – Mit dem von der Stadtverordnetenversammlung jüngst verabschiedeten Bedarf- und Entwicklungsplan (BEP) liegt eine Richtschnur für die Modernisierung vor.

Eins ist klar, die angepeilte Modernisierung kostet Geld. Mehr als 15 Millionen Euro möchte die Stadt im kommenden Jahrzehnt in den Brandschutz investieren. Durch mögliche Zuschüsse aus Wiesbaden und Landesbeschaffungsprogramme könnte es letztlich für Schwalmstadt aber wohl nicht ganz so teuer kommen – Steuergeld ist es aber trotzdem.

Ein großer finanzieller Brocken ist der Um- und Neubau von Feuerwehrhäusern. In dem Zusammenhang spricht sich der BEP für den Erhalt aller Stadtteilfeuerwehren aus. Dadurch sei „die Verbindung und Identifikation der Bevölkerung mit der Feuerwehr und damit eine dauerhafte positive Personalentwicklung gewährleistet“, schreiben die Autoren.

Bei Neubauprojekten soll aber geprüft werden, ob Fusionen möglich sind. Zumindest beschlossen das die Stadtverordneten, machten aber gleichzeitig auch deutlich, dass in der Politik Einigkeit darüber bestehen, „dass Fusionen von Feuerwehren nur auf freiwilliger Basis sinnvoll und zielführend sind.“ Der Bedarfs- und Entwicklungsplan listet dreizehn Bauvorhaben, darunter fünf Neubauten auf.

Unter anderem soll auch die Feuerwehr Frankenhain für 1,5 Millionen Euro eine neue Fahrzeughalle und Umkleidräume bekommen. Erst zu Jahresbeginn hatten sich die Brandschützer über die unhaltbaren Zustände in ihrer jetzigen Unterkunft beschwert (die HNA berichtete).

Nicht mehr zeitgemäß: Die Feuerwehr Frankenhain kritisiert schon seit langen ihre Unterkunft. Nun soll es eine Lösung geben.

Feuerwehr bereitet sich auch auf die Auswirkungen des Klimawandels vor

Betrachtet man sich die Tabelle mit den geplanten Beschaffungen, wird deutlich, dass sich Schwalmstadts Führungskräfte mit dem Zukunftsplan auch auf die Auswirkungen des Klimawandels einstellen. Trockenheit und starke Unwetterereignisse werden auch die Feuerwehren in der Schwalm in den kommenden Jahren beschäftigen.

Um sich dafür zu rüsten möchten die Schwalmstädter zwei Waldbrandtanklöschfahrzeuge für jeweils 200 000 Euro sowie Waldbrand- und Hochwasserausrüstung für 60 000 Euro kaufen.

Da es in diesem Bereich akute Defizite gibt – und das ist im Grunde genommen bei fast allen Feuerwehren im Landkreis der Fall – sieht der BEP eine Beschaffung bereits in den nächsten vier Jahren vor.

Auch der Ausbau der Autobahn A 49 findet in dem von Stadtbrandinspektor Thomas Thiel, den 2. stellvertretenden Stadtbrandinspektor Tim Köhler, dem Bauamt und dem Ordnungsamt erarbeiteten Plan Eingang.

Neue Mannschaftsbusse für die Feuerwehren

Um auf mögliche schwere Unfälle vorbereitet zu sein, soll 2022 am Standort Treysa ein Rüstwagen im Wert von 420 000 Euro in Dienst gestellt werden. Für Ziegenhain sieht der BEP die Beschaffung eines Staffellöschfahrzeugs mit 2500 Liter Wassertank und ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug vor.

Aber nicht nur die beiden großen Stadtteile werden gestärkt. Alle Feuerwehren sollen einen von der Stadt für jeweils 50 000 Euro finanzierten Mannschaftsbus bekommen. Bislang wurden solche Busse durch die Feuerwehr-Fördervereine gekauft. Ein Bus-Beschaffungsprogramm in dieser Größenordnung hat im Landkreis bislang wohl Seltenheitswert. Schwalmstadt möchte nicht nur in Technik, sondern auch in die Ausstattung der Einsatzkräfte investieren. Nach wie vor stehe bei der Feuerwehr der „Mensch“ im Mittelpunkt, heißt es in dazu im BEP.

Für 250 000 Euro soll für alle Feuerwehrleute Bekleidung gekauft werden. Um Kosten zu sparen, schlagen die Autoren des BEP den Aufbau einer interkommunalen Kleiderkammer vor. (Matthias Haaß)

Ein Plan für die Feuerwehr 

Ein Bedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) betrachtet alle Teile einer Feuerwehr. Personal, Ausbildung, Fahrzeuge, Feuerwehrhäuser, Gerätschaften und Führung werden analysiert und bewertet. Ziel ist es, eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, die bei Schadensereignissen, durch vorhersehbare Gefahren, innerhalb der gesetzlichen Fristen nachweislich qualifizierte Hilfe leisten kann. Städte und Gemeinden sind verpflichtet, einen Plan zu erstellen. Der BEP für Schwalmstadt umfasst 66 Seiten. 

Der BEP findet sich im Ratsinformationsystem unter schwalmstadt.ris-portal.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.