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Nach 827 Tagen stand das Blasorchester Schwalmstadt wieder auf der Bühne

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Die Musiker des Blasorchesters Schwalmstadt musizierten am Sonntag nach langer, pandemiebedingter Spielpause vor Publikum in der Treysaer Festhalle.
Die Musiker des Blasorchesters Schwalmstadt musizierten am Sonntag nach langer, pandemiebedingter Spielpause vor Publikum in der Treysaer Festhalle. © Regina Ziegler-Dörhöfer

Nach langen 827 Tagen spielte das Blasorchester Schwalmstadt erstmalig wieder ein Konzert in der Treysaer Festhalle. „Es war richtig, dass Kunst und Kultur hinter den wichtigen Belangen der Pandemie zurückstehen musste, doch jetzt dürfen wir wieder spielen“, freute sich Moderator Stefan Todt.

Treysa. Ein Blick in die Reihen der Festhalle zeigte jedoch, dass die Pandemie Spuren hinterlassen hat und sich bis heute auswirkt. Nicht nur, dass die Zuhörer Masken trugen, es fehlten schlichtweg einige. „Gerne hätte jeder von Ihnen noch ein, zwei Besucher mitbringen können“, so Todt. Das Orchester hatte auf einen Kartenvorverkauf im Vorfeld bewusst verzichtet, denn wären aufgrund von Quarantänebestimmungen wichtige Musiker ausgefallen, hätte das Konzert eventuell gar abgesagt werden müssen. „Wir sind aber fast vollzählig angetreten. Es fehlen drei Mitstreiter, aber wir können spielen“, so die erleichterte Botschaft.

Für die Konzertvorbereitung war den Musikern nicht viel Zeit geblieben, weil das gemeinsame Musizieren erst wenige Wochen wieder erlaubt ist, und so wurde auf ganz große sinfonische Werke verzichtet. Nichtsdestotrotz erfreute das Orchester seine Zuhörer mit einer großen Bandbreite musikalischer Werke. Sie zeigten beispielsweise, dass Marschmusik weit mehr ist als „Preußens Gloria“ und spielten eine Marschkomposition des zeitgenössischen Komponisten Alexander Pfluger. Der Komponist vertonte die Seefahrergeschichte von Abel Tasman und nahm die Zuhörer damit mit auf See, ließ sie brausende Wogen spüren wie auch das sichere Einlaufen im Hafen in Tasmanien.

Gefühl von Leuchtigkeit und Lebensfreude

Gute Laune verbreiteten auch die Medleys zu Evergreens von Udo Jürgen oder Udo Lindenberg. Auch ohne Gesang erkannten die Zuhörer die Werke „Griechischer Wein“, „Mit 66 Jahren“, „Merci Cherie“ oder „Hinterm Horizont“ und den „Sonderzug nach Pankow“. Ein Gefühl von Leichtigkeit und Lebensfreude stellte sich im Festsaal ein, wenngleich auch immer wieder an die schwierigen Zeiten erinnert wurde.

So war auch das Geschehen in der Ukraine nicht vergessen worden, gedachte man doch auch mit dem Choral „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.

Auch soll der Erlös des Gewinnspiels zur Hälfte für die Ukraine-Hilfe gespendet werden. Beim Gewinnspiel galt es diesmal den Neuanschaffungswert aller Orchesterinstrumente zu erraten. Der Sieger sollte sich über ein Ständchen des Orchesters zu einer privaten Festivität freuen dürfen.

Die zweite Hälfte der Gewinnspiel-Einnahmen wollten die Musiker nutzen, um die eigene, strapazierte Vereinskasse aufzubessern. Nach zweijähriger Konzertpause ohne jegliche Einnahmen sei die Kasse leer und könne man jeden Euro gebrauchen. „Die Tatsache, dass im Vereinsheim nun aber wieder Besetzungslisten ausliegen und erste Konzerttermine wieder im Kalender stehen, macht Hoffnung“, so Stefan Todt.

Dirigent Dr. Karsten Heyner erweckte seine Musiker mit viel Elan aus der Karenzzeit, die nur durch ein kleines Konzert auf dem Marktplatz unterbrochen war und zeigte, dass das Musizieren nicht verlernt wurde und die Freude daran zurück ist.

Erster Stadtrat Lothar Ditter überbrachte die Grußworte der Stadt, gehörte Bürgermeister Stefan Pinhard doch selbst auch zur Quarantänefraktion. „Wir freuen uns, dass wir demnächst auch wieder bei der ein oder anderen Kirmes spielen und noch mehr Menschen erfreuen können“, hieß es vom Orchester. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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