Rechnung blieb offen

Möglicher Betrugsfall konnte nicht aufgeklärt werden

Das Amtsgericht Schwalmstadt ist in Treysa.
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Im Amtsgericht Schwalmstadt wurde eine 34-jährige Frau wegen Betruges angeklagt.

Im Großen Saal des Amtsgerichts Schwalmstadt sorgte eine Verhandlung wegen Betruges für reichlich Verwirrung.

Treysa - Die Staatsanwältin klagte eine 34-jährige Frau aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis an, einen Audi in der heimischen Autowerkstatt im Juni 2017 repariert haben zu lassen, ohne die Kosten zu begleichen. Die Angeklagte habe ihre „finanzielle Schieflage“ verschwiegen und den Eindruck erweckt, als könnte sie die Rechnung zahlen.

Eine erste Rate in Höhe von 250 Euro wurde wohl auch geleistet. Es fehlten jedoch noch die verbliebenen 1268,84 Euro.

Die Angeklagte, die zu einem vorherigen Verhandlungstermin nicht erschienen war und deswegen von der Polizei abgeholt wurde, verstand jedoch gar nicht, warum sie wegen der Sache beschuldigt wurde. Sie besitzt keinen Führerschein und war deswegen auch nie Nutzerin des Wagens.

Anfangs seien die Rechnungen auch auf die Fahrzeughalterin, die Schwiegermutter der Angeklagten, ausgeschrieben worden, dann gingen diese jedoch an die 34-Jährige. Die Schwiegermutter konnte in dem Fall nicht mehr befragt werden, da sie bereits verstorben ist.

Der Mann der Angeklagten, der zwar ursprünglich nicht als Zeuge geladen worden war, sagte am Verhandlungstag dennoch aus. Laut ihm waren alle drei – er, seine Mutter und seine Frau – in der Werkstatt gewesen, um die Reparatur in Auftrag zu geben. Bei einem Kostenvorschlag soll jedoch von rund 500 Euro die Rede gewesen sein. Eine Information, dass es teurer werde, habe es auch nicht gegeben. Im Gericht stand die Frage im Raum, wer die Reparatur in Auftrag gegeben hat und somit für die Kosten aufkommen sollte.

Der Angestellte der Werkstatt, der das Auto entgegengenommen haben soll, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht aussagen und wurde von einem Rechtsanwalt vertreten. Laut diesem hatte die Schwiegermutter telefonisch angegeben, dass die Angeklagte den Audi nutze.

Da aus Sicht der Strafrichterin Mareike Pöllmann war klar, dass für eine Aufklärung noch weitere Beweise und Zeugen benötigt würden und dies ohne die Schwiegermutter und den Autohaus-Angestellten sehr aufwendig sei. Sie schlug vor, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen. Dem stimmte die Staatsanwältin zu und somit wird im Bundeszentralregister kein Eintrag über die 34-Jährige gemacht. (Sandra Böhm)

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