Die Muttermilch macht’s: Tipps zu Kinderernährung und zum Stillen

Sorgen für das Wohl von Mutter und Kind: Stillberaterin Daniela Littgen (links) und Ernährungswissenschaftlerin Doris Schwalm informieren im Asklepios-Klinikum Schwalmstadt über richtiges Stillen und gesunde Ernährung für Mutter und Kind. Foto: Paul

Schwalmstadt. Muttermilch gilt als beste Babynahrung, darüber sind sich Ärzte einig. Dennoch entscheiden sich viele Mütter gegen das Stillen - meist wegen erfahrener Ablehnung beim Brustgeben in der Öffentlichkeit oder aus persönlicher Unsicherheit heraus.

Um Frauen dabei zu helfen, das Stillen problemlos in ihren Alltag einzubinden, bieten Ernährungsexpertin Doris Schwalm und Stillberaterin Daniela Littgen am Asklepios-Klinikum in Schwalmstadt ihre Unterstützung an.

„Stillberatung muss bereits in der Schwangerschaft losgehen“, erklärt Littgen, die als Kinderkrankenschwester eine Zusatzausbildung zur Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) absolviert hat. „Wenn sich werdende Mütter und ihre Partner vorab über das Stillen informieren, entstehen viele Sorgen und Ängste gar nicht erst“, so die Expertin. Wichtig sei vor allem, dass die Eltern mit einem gesunden Selbstvertrauen ans Stillen heran gehen und dass es in den Tagesablauf der Frau hineinpasse.

„Abgepumpte Milch hält sich bei Raumtemperatur in sterilen Gefäßen drei bis vier Stunden, gekühlt sogar noch länger“, berichtet Littgen. Viele Kindertagesstätten würden mittlerweile abgepumpte Milch füttern, so dass die Mutter stillen und trotzdem arbeiten gehen könne. Überdies empfehle sie - in Anlehnung an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation - mindestens sechs Monate ausschließliches Stillen. „Darüber hinaus kann Milch so lange als Beikost gefüttert werden, wie Mutter und Kind das wünschen.“

Dabei sollte Stillen in der Öffentlichkeit normal sein, auch das oft gesellschaftlich verpönte Langzeitstillen, so Littgen. „Ich finde es auch nicht attraktiv, wenn die Leute in Parks oder in Bus und Bahn ihre Currywurst verspeisen, aber da sagt keiner was“, sagt sie. „Im Vergleich dazu ist eine Gesellschaft, in der Stillen als natürlichste Sache der Welt keine Lobby hat, schon irgendwie bedauernswert.“

Auch Ernährungswissenschaftlerin Doris Schwalm, ist an der gesunden Ernährung von Babys - im Idealfall mit Muttermilch - gelegen. „Sie bietet dem Kind alle Nährstoffe, die es braucht“, erklärt Schwalm. „Und das beste ist, dass sie sich in ihrer Zusammensetzung den Entwicklungsphasen des Kindes anpasst.“ Ersatzmilch für Kinder tue dies hingegen nicht. „Sie ist und bleibt Kuhmilch“, so Schwalm. Außerdem schmecke sie immer gleich, während sich die Muttermilch an all das anpasse, was die Frau am Tag zu sich nehme. „Dadurch lernt das Kind schon beim Stillen viele verschiedene Aromen kennen und entwickelt einen feineren Geschmackssinn.“

Letztlich sind sich die beiden Expertinnen aber einig: Die Wahl, zu stillen oder nicht, muss immer die Entscheidung der Frau bleiben - frei von gesellschaftlichen Anschauungen, Ernährungsempfehlungen oder politischen Richtlinien.

Termine zur Stillberatung und Kochen fürs Kind

Kinderkrankenschwester Daniela Littgen arbeitet auf halber Stelle als Stillberaterin im Asklepios-Klinikum in Schwalmstadt. Dort hat sie nicht nur auf der Geburtsstation ein offenes Ohr für die Mütter. Sie bietet darüber hinaus auch kostenlose Kurse und Vorträge im Asklepios-Klinikum an:

• am 1. und 3. Mittwoch im Monat um 11 Uhr ist der Stilltreff

• an jedem 2. Montag im Monat hält sie von 17 bis 19 Uhr Stillvorträge für werdende Eltern

Weitere Informationen und Kontakt: Daniela Littgen, Tel. 0 66 91/79 95 63 oder E-Mail d.littgen@asklepios.com

Doris Schwalm bietet im monatlichen Rhythmus Workshops zur gesunden Ernährung für Schwangere, Babys und die ganze Familie an. Die Kurse in der Patientenküche des Asklepiosklinikums dauern 3 x 2 Stunden; eine Stunde kostet acht Euro, ein gesamter Workshop 48 Euro.

Es gibt Kurse für:

• Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch (dienstags, 18 bis 20 Uhr)

• Stillende und Fläschchengeber (donnerstags, 9.30 bis 11.30 Uhr)

• Kleinkinder am Familientisch (mittwochs, 9.30 bis 11.30 Uhr)

• Löffelkinder (freitags, 9.30 bis 11.30 Uhr)

Weitere Informationen und Anmeldung: Doris Schwalm, Tel. 01 52/34 36 52 75 oder E-Mail doris.schwalm@googlemail.com

Von Jasmin Paul

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