Mittäter erschien nicht vor Gericht

Krawalltour durch Neukirchen mit 2,48 Promille: Fünf Monate Haft für Algerier

Neukirchen/Treysa. Eine nächtliche Krawalltour durch Neukirchen brachte einem 21-jährigen Algerier einen Aufenthalt hinter Gittern ein. Für Sachbeschädigungen verurteilte ihn das Amtsgericht Schwalmstadt zu fünf Monaten Haft.

Die Strafe ohne Bewährung fiel verhältnismäßig hoch aus, da der 21-Jährige die Taten nur drei Tage nach einer Verurteilung in Hannover und mitten in seiner Bewährungszeit begangen hatte.

Eigentlich waren zwei Männer angeklagt, im Gegensatz zu dem Algerier zog es der andere Mann vor, nicht zum Prozess zu erscheinen – nach ihm wird jetzt gesondert gefahndet. Der 21-Jährige wurde aus der U-Haft vorgeführt.

Laut Anklage hatten die beiden Männer am 31. Juli in Neukirchen mehrere Autos und eine Ladenscheibe beschädigt. Mit seinem Bekannten sei der 21-Jährige erheblich alkoholisiert und randalierend durch Neukirchen gezogen und habe dabei acht Straftaten begangen, sagte der Staatsanwalt: „Es besteht ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung.“

Die Aussage des Algeriers gestaltet sich schwierig. Einerseits sprach er so undeutlich, dass auch der Dolmetscher an seine Grenzen geriet und andererseits konnte er sich nach eigenen Angaben an nichts mehr erinnern. Einer Aussage, die durchaus glaubhaft war. Zum Tatzeitpunkt habe der Mann einen Blutalkoholwert von 2,48 Promille gehabt. Die Zeugen konnten sich gut an die Nacht erinnern. Kurz nach der Tat hatten Geschädigte die Männer bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Problematisch gestaltet sich die Zuordnung von Taten und Randalierer, nachts sind alle Katzen grau. Mithilfe der Kleidung – ein Täter trug ein schwarzes T-Shirt, der andere eine weiße Jacke – gelang es dann aber doch, Licht ins Dunkel zu bringen.

Zunächst sei von zwei bis drei Beschädigungen die Rede gewesen, erinnerte sich Polizist: „Bei der Nachsuche haben sich dann noch mehr gefunden.“ Die Verständigung mit den beiden Tätern sei schwierig gewesen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, hatte ein anderer Beamter später eine Karte angefertigt. Das sei ja eine regelrechte Rundreise gewesen, kommentierte der Richter. Ja, bestätigte der Polizist: „Quasi einmal ums Eck rum.“

Er sei damals durch dumpfe Schläge auf die Taten aufmerksam geworden und habe dann gesehen, wie ein leicht torkelnder junger Mann einen Autospiegel abgetreten habe, berichtete ein 44-jähriger Zeuge: „Ich habe ihn angesprochen und gesagt: Tickst du noch richtig, geht’s noch?“ Die Männer seien von Auto zu Auto gelaufen, so mehrere Zeugen übereinstimmend.

Der Angeklagte hätte die Taten bewusst begangen, so der Staatsanwalt in seinem Plädoyer und sprach von einer Sachbeschädigung und sukzessiver Mittäterschaft.

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