Maria Langstroff leidet an seltener Muskelerkrankung

Nach Streit mit Krankenkasse: Treysaer Autorin lebt nun in eigener Wohnung

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Gibt nicht auf: Nach dem Kampf um Übernahme ihrer Pflegekosten konnte die 31-jährige Maria Langstroff aus Treysa ihre eigene Wohnung beziehen. 

Schwalmstadt. Gute Neuigkeiten gibt es im Fall der schwerstkranken Maria Langstroff aus Treysa. Vor Gericht musste sie um die Übernahme ihrer Pflegekosten kämpfen, jetzt bezog sie ihre eigene Wohnung.

Seit fünf Wochen wohne sie nun schon in ihren eigenen vier Wänden, verkündete Maria über Facebook. Momentan wird sie von einem Intensivpflegedienst betreut, allerdings sucht die 31-Jährige weiter nach einem endgültigen Pflegeteam.

Die 31-Jährige leidet an einer sehr seltenen Muskelerkrankung und ist deshalb auf eine 24-stündige Intensivpflege durch speziell ausgebildetes Pflegepersonal angewiesen. Die Kosten dafür wollte ihre Krankenkasse, die AOK, aber nicht zahlen. In einem Eilverfahren vor dem Marburger Sozialgericht wurde aber im Dezember entschieden, dass die AOK und der Landeswohlfahrtsverband zu je 50 Prozent die Kosten für die Pflege der Treysaerin übernehmen müssen.

Seit 2010 lebte die 31-Jährige in einem Gießener Pflegeheim. Ihr gesundheitlicher Zustand hat sich seitdem deutlich verschelchtert. Sie kann mittlerweile nur noch den rechten Arm bewegen, schilderte Maria Langstroff kürzlich im Gespräch mit der HNA. Zuletzt war sie zur Frühreha in einer Spezialklinik in Bad Liebenstein.

Ihr gesundheitlicher Zustand habe schon oft zu Situationen geführt, in denen besonders schnelles intensivmedizinisches Eingreifen nötig war, jederzeit könne etwas passieren, berichtete Maria.

Mit dem Bezug ihrer eigenen Wohnung in Großseelheim endet für Maria auch ein langer Streit mit ihrer Krankenkasse. Die hatte ihr nach eigener Auskunft eine Übernahme der Intensivpflege für 20 Stunden pro Tag mündlich zugesagt. Elf Wochen später kam dann trotzdem die schriftliche Ablehnung. Für Maria eine Katastrophe, selbst die Übernahme der Pflegekosten für den laufenden Klinikaufenthalt standen auf der Kippe. Denn ihre Krankenkasse argumentierte, Langstroff erfülle die Voraussetzungen für die intensivmedizinische Pflege nicht. Deshalb müsse der Landeswohlfahrtsverband aufkommen. Die Ablehnung fußte laut Akten auf einer kurzen Mitteilung des Medizinischen Dienstes. Es fehle an einer Basismedikation, weshalb wohl keine vitale Bedrohung vorliege. Durch Nachfragen hätte dies aber laut Langstroff geklärt werden können.

Denn in den Stellungnahmen der Klinik seien Basismedikationen zwar nicht explizit festgehalten, allerdings ist auch nicht die Rede davon, dass es keine Basismedikation gibt.

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