Autos als Gefahr für Festbesucher

Nach Volkmarsen: Sicherheitskonzepte für Feste werden im Altkreis Ziegenhain überprüft

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Bei Veranstaltungen in Schwalmstadt kommen zum Schutz der Besucher oft massive Sperren zum Einsatz. Die Betonklötze sind mit Ketten verbunden.

Nach dem tragischen Vorfall in Volkmarsen stehen auch im Altkreis Ziegenhain die Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen auf dem Prüfstand.

Insbesondere Kommunen mit großen Straßenfesten machen sich jetzt Gedanken, wie man zukünftig auf die Bedrohung durch ein als Waffe eingesetztes Auto oder einen Lkw reagieren kann. Wir haben in Neukirchen, Schwalmstadt und Frielendorf nachgefragt, welche Konsequenzen die Kommunen ziehen.

Neukichen

Man müsse sich jetzt mit diesen Dingen erneut auseinandersetzen und Sicherheitskonzepte für die Veranstaltungen wie das Frühlingsfest oder die Pfingstkirmes überarbeiten, betont Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich im HNA-Gespräch: „Das ist eine neue Gefahrensituation, da müssen wir uns Rat holen.“ Bislang habe es beispielsweise bei dem Umzug der Pfingstkirmes und dem Frühlingsfest nur klassische Absperrungen in Form von Pollern oder Warnbaken gegeben, so Olbrich: „Betonsperren hatten wir noch keine, jetzt müssen wir aber wohl darüber nachdenken.“ Wenn man irgendwo ein für alle Menschen offen zugängliches Fest habe, müsse man schauen, wie man die Besucher vor Autos schützen könne, so der Verwaltungschef.

Schwalmstadt

Betonpoller als Schutz gegen Autos oder Lkw gehören in Schwalmstadt schon seit einigen Jahren zum gewohnten Anblick bei großen städtischen Veranstaltungen, wie beispielsweise der weit über die Region bekannten Schwälmer Weihnachtsmarkt. Die Stadt ist Vorreiter auf diesem Gebiet. In der Vergangenheit habe es zu den Betonsperren durchaus kritische Stimmen gegeben, weiß die Leiterin des Ordnungsamts, Doris Heinmüller: „Mit Blick auf Volkmarsen fühlen wir uns aber bestärkt bei der Umsetzung der Maßnahme.“ Für jede Veranstaltung gebe es ein umfangreiches schriftliche Sicherheitskonzept, erklärt Heinmüller: „Das Konzept für die nächste Salatkirmes ist beispielsweise 32 Seiten stark.“

Neben der Absicherung der Straßen werden in dem Schriftstück unter anderem Aufstellflächen für den Rettungsdienst und Rettungswege festgelegt. Auch alle wichtigen Telefonnummern stehen in dem Plan, der an Veranstalter, Leitstelle und Sicherheitskräfte geht. In Rücksprache mit der Polizei werde vor den Festen immer die aktuelle Gefahrlage geprüft, so Heinmüller: „Auch ist erfasst, wie zum Beispiel bei einem Unwetter oder einer Bombendrohung vorzugehen ist.“

Hundertprozentige Sicherheit könne es zwar nicht geben, man dürfe es potenziellen Angreifern aber auch nicht zu leicht machten betont die Ordnungsamtsleiterin.

Frielendorf

Durch die besondere Lage des Himmelfahrtsmarkts in der Hauptstraße seien Absperrmaßnahme immer ein Thema, erklärt Frielendorfs Bürgermeister Thorsten Vaupel: „Im vergangenen Jahr hatten wir daher erstmals Betonsperren im Einsatz und auch diesmal werden wir uns um eine Lösung mit ähnlich hohem Sicherheitsniveau kümmern.“

Man müsse sich leider bewusst machen, dass es wohl überall Irre gebe, meint der Verwaltungschef. Zusätzlich zu Hindernissen gebe es während des Markts tagsüber auch immer einen Brandsicherheitsdienst der Feuerwehr und desDRK, erklärt Thorsten Vaupel. 

Von Matthias Haaß

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