Fest der Begegnung: Ein Nachmittag der Kulturen

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Feierten gemeinsam beim Fest der Begegnung: Hayat und Nora Noota und Amira Baum (von links).

Treysa. Vier Tage lang feierten die Schwalmstädter beim 21. Weindorf an der Totenkirche in Treysa.

Doch nicht nur abends war das Gelände am Fuße der Ruine Treffpunkt vieler Menschen. Am Samstagnachmittag hatten der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde zusammen mit dem Hugenotten- und Geschichtsverein Frankenhain zum 19. Fest der Begegnung eingeladen.

Dahinter steckt die Idee, Menschen unterschiedlicher Kulturkreise sowie Menschen mit Behinderungen zu integrieren und ihnen ein Podium zu bieten. Das Fest soll dazu beitragen, dass aus Fremden Freunde werden - so das gleichnamige Motto. Die beiden Sprecher des Arbeitskreises Klaus Schubert und Jochen Helwig realisierten zum ersten Mal die Idee von „Fluchtgeschichten“: Hugenotten, Heimatvertriebene und Flüchtlinge erzählten auf der Bühne gleichermaßen ihre Erlebnisse der Flucht. Schubert selbst war im Februar 1946 der jüngste Flüchtling, der mit seiner Familie im Viehwaggon in Treysa ankam - mit gerade einmal acht Monaten.

Damit reichten die ehemaligen Flüchtlinge Menschen wie Hayat Noota mit ihrer Tochter Nora symbolisch die Hand: Die junge Frau war seinerzeit aus Eritrea geflohen. Isse Mohamed aus Somalia lebt seit drei Jahren mit den Söhnen Ahmed und Abdulah in Treysa. Und Rafif Sakkaria aus Syrien lernt mit ihren Eltern gerade die ersten deutschen Worte. Die Waffeln schmeckten der Sechsjährigen schonmal. Zwischen den Geschichten erlebten die Gäste immer wieder Musik und Gesang: vom Gospel-Chor Ziegenhain, dem Chor Nucando, der Samba-Trommelgruppe und von Reinhold Wagner. Der Nachmittag der Kulturen klang bei tollem Sommerwetter fröhlich und gesellig aus. (zsr)

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