In drei Kommunen gibt es Neuzugänge in den Parlamenten

Schwalm: Neue Fraktionen mischen mit

Kommunalwahl 2021. Abgabe der Stimmzettel
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Kommunalwahl 2021. Abgabe der Stimmzettel. Viele Wähler entschieden sich für eine der neuen Bürgerlisten.

Auch im Altkreis Ziegenhain konnten neue Bürger-Listen in der Regel Stimmenzuwächse verzeichnen Wir haben erste Reaktionen der Spitzenkandidaten.

Schwalm. In der größten Stadt des Schwalm-Eder-Kreises gehen vier der 37 Sitze an die „Bürger für Schwalmstadt“ (BfS), die erst im Dezember auf die Bildfläche getreten waren. Von Spitzenkandidat Georg Stehl konnten wir am Dienstag aus beruflichen Gründen nur ein kurzes schriftliches Statement erhalten: „Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz, den der aktuelle Stand von 12,93 Prozent (Nach Auszählung der Stimmen waren es dann 11,63 Prozent, Anmerkung der Red.) zugunsten der BfS widerspiegelt. […] Wir sind gespannt auf das Endergebnis, von Spekulationen zum Ausgang enthalten wir uns.“

Klar ist, dass Schwalmstadt künftig von sieben Parteien und Wählergruppen gelenkt wird, die BfS scheint die viertstärkste zu werden, vor Grünen, FDP und Linker, aber hinter den Freie Wähler (FW, Stand Dienstag sieben Sitze, gleichauf CDU). Die FW stellen gleichfalls als Nachfolger der FWG, die in der Stadt nicht mehr antrat, eine Besonderheit dar. Spitzenkandidat Engin Eroglu ist überzeugt, dass die FW das Original sind, man sei von der BfS nur kopiert worden. Die BfS ist laut Eroglu „die Partei des Bürgermeisters“, das mache er daran fest, dass Stefan Pinhard Vertrauensperson dieser Liste sei und persönlich Plakat und Flyer verteilte.

Haben die Neuen den Freie Wähler, die doch stärkste Kraft werden wollten, die Tour vermasselt? „Nein“, sagt dazu Eroglu, „wir wollen endlich sachorientierte Politik für die Stadt, die Zahlen zeigen, dass viele sich danach sehnen.“ Ob die BfS liefern können, müsse sich zeigen. Es sei jedenfalls ein Paukenschlag, dass die SPD unter 30 Prozent falle, die CDU unter 20. Die weitere Ausrichtung der FW werde in einer Mitgliederversammlung am Donnerstag festgezurrt.

Willingshausen

Drei von 23 Sitzen erringt die FFW (Freie Fraktion Willingshausen), die ausschließlich Männer aus Wasenberg nominierte, einige mit langer Erfahrung im Gemeindeparlament als Mitglieder von SPD- und FDP-Fraktion, letztere schafft es nicht wieder in die Gemeindevertretung. Die Liste FFW stellte sich erstmals zur Wahl. Spitzenkandidat Erich Korell am Dienstag auf HNA-Anfrage: „Die erste Euphorie ist etwas verflogen.“ Ganz zu Anfang der Auszählungen fand sich die FFW nämlich über 20 Prozent. Korell findet das ganze Wahljahr mit der sehr zeitigen Briefwahlkampagne „verrückt“, man habe die Menschen schlecht erreicht. Die FFW wolle „ganz einfach für Schuldenabbau eintreten“, der Schuldenstand in Willingshausen sei mit 18 Millionen Euro viel zu hoch für die nachfolgenden Generationen, es müsse in der Gemeindepolitik „das Notwendige vom Wünschenswerten“ getrennt werden. Laut Korell hat sich durch die Kommunalwahl das Kräfteverhältnis in Willingshausen unterm Strich nicht geändert.

Oberaula

Von zwei auf drei klettert die Anzahl der Fraktionen in Oberaula, wo die CDU ihre Mehrheit mit 52,41 Prozent knapp verteidigen kann. Die neue Freie Liste Oberaula (FLO) bekommt mit 14,37 Prozent drei der 23 Sitze, die CDU zwölf, die SPD acht (33,22).

Noch bevor das vorläufige Ergebnis feststand, sagte Spitzenkandidatin Manuela Klimpel auf HNA-Anfrage, dass die FLO gar nicht mit so viel Zuspruch gerechnet habe. Die FLO wolle mit CDU und SPD zusammenarbeiten, aber eben unabhängig. Die Wähler in der Gemeinde wünschen sich laut Klimpel mehr Unvoreingenommenheit, es solle nicht zu Vorhaben aus Prinzip Nein gesagt werden. Der FLO seien Familienfreundlichkeit, Digitalisierung sowie die Unterstützung der Vereine und die Infrastruktur besonders wichtig.

Die meisten Stimmen von der Liste der FLO vereinigte Roland Hühn auf sich, gefolgt von Sascha Weidemann und Claus Vaupel. (Anne Quehl)

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