Feuerwehren aus dem Kreis trainieren in Ziegenhain

Zwei Millionen Euro für  Übungsstrecke der Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalmstadt. Auf dem Areal der Feuerwache Ziegenhain entsteht eine neue Atemschutzstrecke, auf der die freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis trainieren können. 

Der Neubau ersetzt die Anlage in dem bestehenden Gebäudekomplex der Schwalmstädter Wehr und kostet zwei Millionen Euro.

Am Montagabend reiste Staatssekretär Werner Koch an, Lokalpolitik und Katastrophenschutzfachleute warteten gespannt auf die Bekanntgabe des Betrages, mit dem das Land sich an dem Vorhaben beteiligen wird. Wie Koch bekannt gab, gibt es aus Wiesbaden knapp 360 000 Euro dazu, sodass der Landkreis 1,64 Millionen Euro aufbringen muss. Der Baubeginn für die Einheit mit einer Grundfläche von gut 500 Quadratmetern steht noch nicht fest, Ende 2019 soll die neue Atemschutzstrecke bereits fertig sein.

Über 5000 Aktive tun im Landkreis Dienst bei der Feuerwehr, 1846 von ihnen sind auch ausgebildete Atemschutzgeräteträger. Mindestens einmal jährlich müssen sie die Übungsstrecke in Ziegenhain absolvieren, um ihre Qualifikation für die psychisch und physisch enorm anstrengende Leistung zu erhalten.

Der Einsatz mit dem Pressluftatmer ist bei Einsätzen bei Haus- und Wohnungsbränden von grundlegender Bedeutung. In völliger Dunkelheit und unter starkem Hitze- und Lärmeinfluss trainieren die Brandschützer durch die Strecke kriechend und kletternd, um im Ernstfall Leben retten zu können.

Die bestehende Atemschutzstrecke ist veraltet. Parallel entsteht eine weitere Fahrzeughalle für den neuen Geräteschutzwagen Atemschutz (GW-A), der in Ziegenhain stationiert sein wird. Durch den GW-A werden die 24 Atemschutz-Ersatzeinheiten für den Landkreis künftig auf einem Fahrzeug mobil einsetzbar, besonders im Hinblick auf den Autobahntunnel. 

Hintergrund: 1700 Durchgänge und sechs Kurse

1700 Durchgänge werden jährlich im Durchschnitt in der Übungsstrecke in Ziegenhain gezählt, hinzu kommen sechs Lehrgänge mit je 22 Teilnehmern. Die Wehren im Kreis wünschen sich seit Langem eine neue Anlage. 

Derzeit läuft ein Architektenverfahren, die Ausschreibung und Bauleitung übernimmt das Kreisbauamt mit fachspezifischer Unterstützung von Kreisbrandinspektor Torsten Hertel. 

Über den Betrieb des Feuerwehrstützpunktes Schwalmstadt besteht eine Vereinbarung über die Betriebs- und Unterhaltungskosten zwischen dem Kreis und der Stadt. Die neue Fahrzeughalle errichtet die Stadt, Bauleitung hat der Kreis.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/ dpa

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