Betriebsstart auf der Strecke Kassel-Schwalmstadt wird um zwei Jahre nach hinten verschoben

Strecke Kassel-Schwalmstadt: Neue Züge rollen erst Ende 2014

Kassel / Schwalmstadt. Der Nordhessische Verkehrs-Verbund (NVV) hat die künftigen Fahrleistungen auf der Strecke zwischen Kassel und Schwalmstadt-Treysa erneut europaweit ausgeschrieben. Der Zeitplan, ab Dezember 2012 auf der Strecke statt der Regiotram moderne Eisenbahnfahrzeuge einzusetzen, ist gescheitert.

Lesen Sie auch

Ab 2012 fährt keine Regiotram mehr in die Schwalm

Regiotram kommt in Fahrt

Durch neue Sicherheitsnormen für den europäischen Eisenbahnverkehr und die nötigen Prüfungen kommt es laut NVV zu längeren Lieferzeiten der Hersteller von Eisenbahnfahrzeugen. Darauf habe man mit der neuen Ausschreibung reagieren müssen, erklärt NVV-Chef Wolfgang Dippel (siehe Hintergrund). In den zwei Jahren bis Dezember 2014 will der NVV einen Übergangsverkehr auf der Strecke mit ordentlichen Fahrzeugen sicherstellen. Für die Kunden soll es durch die Verzögerung keine Nachteile geben.

Die Regiotram-Verbindung RT 9 zwischen Kassel und der Schwalm soll auf jeden Fall bereits ab Dezember 2012 gekappt werden. Der Takt und die Fahrzeiten sollen sich nicht verschlechtern, aber die Eisenbahnen können nicht mehr direkt in die Kasseler Innenstadt fahren.

Der Hintergrund: Ab Dezember 2012 will der NVV auf den gut nachgefragten Regiotram-Strecken nach Melsungen (RT 5), Wolfhagen (RT 4) und Hofgeismar (RT 3) einen 30-Minuten-Takt fahren, um mehr Fahrgäste zu gewinnen. Dafür werden dann alle 28 Regiotram-Fahrzeuge benötigt - auch jene, die bisher noch auf der Strecke in die Schwalm unterwegs sind.

Um in Kassel das Ziel eines 15-Minuten-Taktes zu erreichen, muss im Bereich des Bahnhofes Obervellmar ein drittes Gleis gebaut werden, damit an dieser Engstelle mehr Züge in Richtung Wolfhagen und Hofgeismar sowie weiter nach Paderborn und ins Ruhrgebiet zeitgleich fahren können. Diese Arbeiten sind im Zeitplan. In den nächsten Tagen soll Baubeginn für das Gleis sein.

Die Regiotram-Strecke nach Schwalmstadt war von Anfang an nur als Übergangslösung geplant. Als sich 2005 herausstellte, dass die 28 Regiotram-Fahrzeuge zum Start des neuen Verkehrssystems noch gar nicht alle benötigt wurden, holte man die bereits geprüfte, aber eigentlich verworfene Strecken-Idee in die Schwalm aus der Schublade, um die Bahnhöfe zwischen Treysa und Kassel per Regiotram zu bedienen.

Das hat für die Kunden den Vorteil, dass statt der alten Züge der Deutschen Bahn seither moderne, schnelle und komfortable Fahrzeuge des NVV unterwegs sind. Gleichzeitig konnte der NVV die heftig kritisierten Stillstandskosten beseitigen, weil nagelneue Regiotram-Fahrzeuge in Kassel ungenutzt herumstanden.

Vor einer Rückkehr der Altfahrzeuge brauchen die Fahrgäste auf der Strecke Kassel-Schwalmstadt keine Bange zu haben. Der NVV will der Bahn mit den geforderten neuen Fahrzeugen ab Dezember 2014 zu einem Qualitätssprung verhelfen.

In der Anforderungsliste für die Ausschreibung der Fahrleistungen werden Klimaanlage, Toiletten, bequeme Sitzplatzanordnung, Vielzweckbereich für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder sowie die Niederflurausführung für einen bequemen Einstieg vorgeschrieben. Den Auftrag des NVV bekommt nur, wer diese Qualitätsstandards einhält.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.