Projekt "Postcrossing"

Niedergrenzebacher bekommt Postkarten aus aller Welt

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Eine von zwei Kisten: Jürgen Elsner mit seinen Postkarten.

Niedergrenzebach. Der Schwälmer Jürgen Elsner schickt beim Projekt "Postcrossing" Karten in viele Länder und bekommt für jede versendete auch eine zurück. 

Viele Menschen finden hauptsächlich Werbung und Rechnungen, wenn sie ihren Briefkasten aufmachen. Nicht so der Niedergrenzebacher Jürgen Elsner, er kann mit Postkarten aus Russland, Singapur, Südkorea, Chile oder Bulgarien rechnen.

Beim Projekt "Postcrossing" schickt er Karten an zufällig ausgewählte Adressen in aller Welt und bekommt für jede versendete Karte eine von einem anderen Postcrosser zurück. "Früher habe ich bei Kettenbriefen mitgemacht, aber das hat nie funktioniert", sagt Elsner. Deswegen ist er sehr froh, dass er vor ungefähr anderthalb Jahren Werbung für Postcrossing auf einer Broschüre der Post entdeckt hat.

"Wer freut sich nicht, wenn er eine Bildpostkarte bekommt? Das hat seinen Reiz darin, dass man wirklich etwas in der Hand hat", sagt er. Außerdem ist Postcrossing eine Art Ersatz für größere Reisen. "Ich bekomme einen Eindruck von anderen Ländern, wie es da aussieht." Deshalb mag er besonders gerne Karten mit Luftbildaufnahmen, die ihm einen Überblick über die fremde Region geben. Zu seinen bisherigen Lieblingsmotiven zählen der Rote Platz in Moskau, die Niagarafälle und der Aletschgletscher in der Schweiz.

Besonders gefällt ihm, wenn er von der Karte etwas lernt. Eine chinesische Postcrosserin hat ihm aufgemalt, wie in ihrer Heimat Neujahr gefeiert wird, eine Australierin hat eine Faktenübersicht zur Hafenbrücke in Sydney geschickt und eine Ägypterin Zeichnungen von Hieroglyphen und Bedeutung.

Auch Elsner selbst versendet Postkarten mit regionalen Motiven, ungefähr zwei Stück pro Woche und erzählt anderen von der Landschaft und dem Leben in Nordhessen und der Schwalm.

Aber nicht nur über andere Kulturen erfährt er viel, er lernt auch andere Dinge, beispielsweise den Umgang mit dem Computer. Denn obwohl das Projekt an sich ziemlich analog ist, funktioniert die Organisation digital. Außerdem wendet er sein Englisch an. Anfangs habe er sich Sorgen gemacht, dass seine Kenntnisse nicht ausreichen. "Aber darum geht es nicht, Hauptsache, man versteht sich."

Beim Postcrossing gibt es nur wenige und einfache Regeln, sagt Elsner. Man solle höflich bleiben, vorsichtig mit politischen und religiösen Themen sein und angekommene Karten registrieren, damit das System funktioniert.

Danach bewahrt er die Karten nach Datum sortiert in zwei Kartons auf. Mittlerweile hat er 191 Postkarten aus insgesamt 38 Ländern bekommen. Selbst hat er 193 Stück versendet, die eine Strecke von knapp 19 Erdumrundungen zurückgelegt haben. Manchen Postcrossern schreibt er zusätzlich zum Geburtstag, mittlerweile sind einige kleine Brieffreundschaften entstanden. 

Zur Person: Jürgen Elsner ist im Jahr 1954 in Schwalmstadt geboren und lebt mit seiner Frau in Niedergrenzebach. Er ist Vater von Zwillingen und zweifacher Großvater. Elsner hat als Zusteller gearbeitet, auch für die Post – heute trägt er die HNA aus.

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