Krippe voller Herzenswärme

Obergrenzebächer bauen acht Meter breite Weihnachtsdekoration am Kirmesplatz auf

Adventliche Überraschung für alle alten Obergrenzebächer: Astrid Riebeling mit einem der 58 Gestecke, die verteilt wurden.
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Adventliche Überraschung für alle alten Obergrenzebächer: Astrid Riebeling mit einem der 58 Gestecke, die verteilt wurden.

Es ist Hoffnung und Licht zugleich: Das lebensgroße, beleuchtete Bild der Weihnachtskrippe am Kirmesplatz in Obergrenzebach bringt vorweihnachtliche Stimmung in die Adventszeit.

Obergrenzebach - Mitglieder des Kulturvereins Obergrenzebach haben am Samstag, 28. November, die Weihnachtsdekoration aufgebaut. „Damit wollen wir wenigstens etwas Weihnachtsstimmung ins Dorf bringen“, sagt Lothar Steinbrecher, Vorsitzender des Vereins. Die Menschen müssten zu Hause bleiben, viel Abwechslung gebe es nicht. Keine Weihnachtsmärkte, keine Weihnachtsurlaube, auch die Arbeit der Vereine sei eingeschränkt. Und man habe weniger Kontakt mit Freunden und Familie. Der Weihnachtsmarkt, der traditionell am zweiten Adventswochenende in der Dorfmitte gefeiert wird, fällt dieses Jahr ebenso aus. Da sei die Weihnachtsdekoration umso wichtiger. Der Verein fertigt jedes Jahr eine solche Dekoration an, immer mit wechselnden Motiven.

Da die Straße in Richtung Schwalmstadt gesperrt ist, sei der Tanzplatz, wo der Verein üblicherweise dekoriert, schlecht zugänglich. Daher sei man in diesem Jahr auf den Kirmesplatz ausgewichen, erklärt Steinbrecher. Der Platz sei zudem größer und die Kirche habe Interesse angemeldet am Heiligen Abend eine kleine Andacht im Freien dort zu halten, falls es die Corona-Bedingungen bis dahin zulassen. Dazu passt das Motiv perfekt. Das Bild der Weihnachtskrippe ist acht mal vier Meter groß. Lothar Steinbrecher hat eine kleine Krippe fotografieren lassen. Das Bild wurde in der Marburger Tapetenfabrik mittels digitaler Drucktechnik vergrößert. Steinbrecher hat früher dort gearbeitet und noch immer gute Verbindungen zu dem Unternehmen. Das Bild wurde zudem wetterfest beschichtet.

Beim Aufbau des Krippenbildes: von links Manfred Quehl, Robert Staufenberg, Lothar Steinbrecher, Lothar Schuster und Hartmut Schenk. Die Folien hatte die Marburger Tapetenfabrik hergestellt.

Steinbrecher hat für die einzelnen Teile des Bildes Holzkonstruktionen gebaut, auf die die Folie aufgebracht wurde. Mehrere Einzelteile wurden von den Helfern des Vereins und aus dem Ort zusammengebaut. Einige holten Tannenbäume und Holz aus dem Wald, sie dienen zur Einrahmung des Weihnachtsbildes. Andere kümmerten sich um die Elektrik, Christa Steinbrecher und Elisabeth Schmidt schenkten Kaffee an die Helfer aus. Mit Masken und im gebührenden Abstand hämmerten und klopften die Männer aus dem Dorf das Bild zusammen. Der Zusammenhalt im Dorf sei in Obergrenzebach noch gut, sagt Steinbrecher. Das sehe man daran, dass viele mit anpacken. Der Verein hat 160 Mitglieder, er wurde 2013 gegründet. Im Dorf wohnen 900 Menschen. Das Weihnachtsbild wird von 17 Uhr bis 23 Uhr beleuchtet. An den Adventssonntagen sollen zudem Weihnachtslieder vom Band abgespielt werden.

Geschenke als Geste gegen die Einsamkeit

Der Kulturverein hat noch eine weitere Adventsüberraschung. Am Samstag, 28. November, brachte Astrid Riebeling Weihnachtsgestecke in alle Haushalte, in denen Ältere über 80 Jahre leben. „Die Leute freuen sich total“, berichtete sie. Sie hat 58 solcher Gestecke verteilt. Auch ehemalige Obergrenzebächer, die in Pflegeheimen leben, bekamen solche adventliche Überraschungen. Gerade Ältere litten unter der Einsamkeit in der Pandemie, so Steinbrecher, daher wolle man mit dieser Geste daran erinnern, dass man an sie denkt.

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