Ökumenischer Kreuzweg: Gläubige zogen durch Treysa

Ökumenisch: Protestanten und Katholiken nahmen am Auszug aus der Stadtkirche teil.

Treysa. Gläubige mehrerer Kirchengemeinden aus Schwalmstadt versammelten am Samstag sich zum traditionellen, ökumenischen Kreuzweg in der Stadtkirche in Treysa.

Der Kreuzweg soll in der Passionszeit an den Leidensweg Christi erinnern.

Unter den Teilnehmern waren Gläubige der evangelischen Kirchengemeinde Franz-von-Roques, der katholischen Gemeinde Heilig Geist, der Landeskirchlichen Gemeinschaft und der Christusgemeinschaft.

Pfarrer Dieter Schindelmann freute sich über den regen Besuch: „Das zeigt, wir können bei jedem Wetter.“ Die Entscheidung, zunächst Einkehr in der Kirche zu halten, erwies sich als weitsichtig. Der Regen hörte nach und nach auf, so dass kaum einer der bunten Regenschirme zum Einsatz kommen musste.

Pfarrer Michael Brüne ermutigte die Gläubigen, auf den Kreuzweg all das mitzunehmen, was man an Schwerem auf dem Herzen trage. „Und sich der Gewissheit bewusst werden, dass das Kreuz uns hält und trägt.“

Hephata-Pfarrerin Annette Hestermann begleitete die Teilnehmer des Weges beim Singen: „Wer macht uns Hoffnung?“. Schindelmann interpretierte das Thema des Kreuzweges anhand eines Bildes des russischen Malers Nikolai Nikolajewitsch - die Szene zeigte Pilatus mit Jesus, dessen Hände gefesselt und der angeklagt worden war. Das Werk „Was ist Wahrheit?“ verdeutliche eindrucksvoll, wie Pilatus seine Macht über andere Menschen auskoste, erklärte der Pfarrer.

Auch heute gebe es Menschen, denen Wahrheit völlig egal sei. Letztlich müsse jeder von uns selbst entscheiden, ob man sich an die Macht oder die Wahrheit halte. Mit diesen Gedanken zogen die Gläubigen aus der Stadtkirche aus, den neuen Weg zur ehemaligen Synagoge hinunter. Dirk Herter sprach an dieser Stelle über die Last des Kreuzes - und versinnbildlichte das Thema mit gefüllten Säcken, die er als sichtbare Last an das Kreuz hängte.

Von dort aus zogen die Teilnehmer weiter zum Platz in der unteren Bahnhofstraße, zur Christusgemeinde und zur Hephatakirche, wo sich nach dem Fußmarsch alle mit gespendetem Gebäck stärkten.

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