Prozess in Schwalmstadt

Ecstasy-Pillen per Post: Pärchen hatte Drogendepot im Kühlschrank

Der Eingangsbereich des Amtsgerichts in Treysa.
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Amtsgericht in Treysa: Dort musste sich ein Paar wegen Drogenbesitzes verantworten.

Ein Pärchen musste sich vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. Unter anderem ging es um 100 Ecstasy-Pillen.

Treysa – Amphetamine im Schraubdeckelglas im Kühlschrank, Extasy-Pillen im Wohnzimmer, Marihuana-Tütchen in einer verschlossenen Geldkassette im Flur – die Fundstellen an Drogen eines einst in Schwalmstadt lebenden Pärchens waren vielfältig. Das Pärchen, in dessen Haushalt zwei Kinder im Alter von zwei und zwölf Jahren leben, musste sich nun in einem Strafverfahren wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Die Behörden wurden auf das Pärchen über einen Zollfund aufmerksam. In einem Postverteilzentrum fischten die Beamten einen Brief aus Amsterdam mit 100 rosafarbenen Ecstasy-Pillen heraus, der an den Mann des Pärchens adressiert war. „Ich habe das nicht bestellt und nicht bezahlt. Wer weiß, wer mir diesen Brief geschickt hat“, sagte der Angeklagte, der den sonstigen Drogenfund in seiner Wohnung einräumte.

Durchsuchung der Wohnung: Marihuana gefunden

Die Durchsuchung brachte auch 23 Marihuana-Tüten hervor, die jedoch der Partnerin gehören sollten. „Meine Sortensammlung aus alten Festivalzeiten“, erklärte die Frau, die beteuerte, dass sie das Konsumieren der Drogen mit der zweiten Schwangerschaft eingestellt habe. Die Durchsuchungsbeamten fanden neben den Drogen auch Zubehör wie eine Feinwaage, Crusher und Verpackungstütchen, sodass auch der Verdacht des unerlaubten Handeltreibens nahe lag. Die Tatsache, dass die Marihuana-Tütchen jedoch alle mit unterschiedlichen Grammzahlen gefüllt waren, wurde als entlastend gewertet.

Die Staatsanwältin konfrontierte den Angeklagten mit einer Vielzahl an Kontoausgängen. Ein Beweis zum Handeltreiben ließ sich dennoch nicht herbeiführen, erklärte der Angeklagte die Zahlungen doch mit seiner bis zum damaligen Zeitpunkt bestehenden Spielsucht. Auch eine Handysichtung der Beamten habe keine belastenden Chatverläufe zutage gebracht „Ich habe jeden Cent in Online-Casinos verspielt“, so der Familienvater.

Drogendepot im Kühlschrank: Handysichtung brachte keine belastenden Chatverläufe zutage

Die Beamten des Durchsuchungsverfahrens hatten das Jugendamt eingeschaltet, das sich ein Bild von den Familienverhältnissen verschafft habe. „Ich habe mit meinem alten Leben abgeschlossen. Wir haben Schwalmstadt verlassen und uns eine neue Existenz aufgebaut. Ich habe eine Festanstellung und möchte nie mehr so tief sinken“, erklärte der Angeklagte. Bei der Strafzumessung konnte die Richterin drei Eintragungen aus vergangenen Zeiten in den Akten finden, schon einmal habe es wegen unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln einen Strafbefehl gegeben.

Am Ende dieses Verfahrens galt es den unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln, mit einem unverantwortlichen Depot im für Kinder erreichbaren Kühlschrank, zu verurteilen. So wurde die Mutter zu 40 Tagessätzen von je 15 Euro und der Vater zu 150 Tagessätzen zu 25 Euro verurteilt.

Ein junger Mann aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg südlich von Kassel muss sich wegen der Beschaffung von Drogen aus dem Darknet verantworten. So hat das Gericht entschieden. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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