Die Welt der Pilze

Pilzsaison ist bisher eher mau: Experten Reinhard Wölfel und Jürgen Kaiser geben Tipps für Sammler

Auf Pilzexkursion: Reinhard Wölfel und Jürgen Kaiser (von links) im Wald Sachsenhausen.
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Auf Pilzexkursion: Reinhard Wölfel und Jürgen Kaiser (von links) im Wald Sachsenhausen.

In diesem Herbst gibt es bisher nur wenige Pilze. Das liegt an den Witterungsbedingungen, verraten Reinhard Wölfel und Jürgen Kaiser, zwei Pilzkenner aus der Schwalm.

Sachsenhausen – „Normalerweise ist um diese Jahreszeit hier alles voller Pilze.“ Reinhard Wölfel aus Sachsenhausen deutet auf die kleine Waldlichtung im Interessentenwald Sachsenhausen. In diesem Jahr sind bisher aber verhältnismäßig wenige zu finden. Das liegt laut des 68-Jährigen an den warmen Temperaturen und am geringen Niederschlag.

Pilzsaison bisher eher mau: Gemeinsames Interesse

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie gibt es in Deutschland über 6000 Großpilzarten. Reinhard Wölfel kann von den heimischen Sorten viele identifizieren. Auch Jürgen Kaiser aus Treysa ist versierter Pilzkenner. Die beiden Schwälmer kennen sich schon seit etwa zehn Jahren. „Wir haben uns damals bei einer der Pilzexkursionen vom Nabu aus kennengelernt“, erzählt der 81-jährige Jürgen Kaiser. Durch ihr gemeinsames Interesse blieben sie danach in Kontakt, es entwickelte sich eine Freundschaft.

Schon als Kinder fingen sie an, sich für Pilze zu interessieren. „Ich habe als Junge damals Steinpilze im Wald entdeckt und meinen Vater gefragt, was das ist. Das hat mich so fasziniert, das habe ich nie wieder vergessen“, erzählt Reinhard Wölfel lachend. Laut der beiden Pilzexperten sollten Pilzneulinge allerdings erst einmal nur in Begleitung erfahrener Sammler Pilze ernten. Die große Artenvielfalt könne nämlich schnell zu Verwechslungen führen.

Pilzsaison bisher eher mau: Tipps für Sammler

„Auch Bücher können da nur begrenzt helfen. Das richtige Lernen ist nur in der Natur möglich“, sagt Reinhard Wölfel. „Man sollte sich daher anfangs wirklich auf wenige Pilze beschränken, die man leicht erkennt und die natürlich auch gut schmecken, wie etwa auf Steinpilz, Maronen-Röhrling, Birkenpilz oder Pfifferling. Diese ähneln höchstens anderen wohlschmeckenden Pilzarten. Und alles andere dann auch wirklich einfach stehen lassen“, betont Jürgen Kaiser. Der 81-Jährige rät beispielsweise vom Sammeln weißer Pilze grundsätzlich ab: „Die sind wirklich schwer zu identifizieren. Außer vielleicht Champignons, aber die sind auch nie völlig weiß. Die Lamellen sind rosa bis schokobraun, je nach Alter des Pilzes.“

Außerdem finde man bestimmte Pilze häufig auch an bestimmten Stellen. „Der Birkenpilz beispielsweise wächst immer in der Nähe von Birken. Auch das kann eine Hilfe zur Identifizierung darstellen“, erklärt Reinhard Wölfel. Augenscheinliche Pilzvergiftungen sind nach der Erfahrung der Experten außerdem nicht immer auf ungenießbare Arten zurückzuführen. „Der Pilz muss jung und fest sein. Die meisten Gifterscheinungen wie Übelkeit kommen von dem Verzehr alten, vergammelten Materials“, erklärt Reinhard Wölfel.

Die beiden Experten betonen immer wieder den großen Umfang der Welt der Pilze: „Auch wir lernen jedes Jahr noch etwas Neues dazu.“

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